Krabi & Koh Lanta

Ich glaube, ich sollte ein Buch veröffentlichen! “Die Busabenteuer von John, Timo&Ben in Thailand”. Würde sicher ein Bestseller. Zumindest lustig ist es.

Die Tour nach Krabi war nämlich mal wieder mehr Tortour als Tour. Auch wenns im Nachhinein eher lustig ist.

Pünktlich um 07.30 am 08.Mai kam unser Shuttletaxi, das uns dann über die halbe Insel karrte. Dann hiess es umsteigen in einen größeren Bus, mit dem wir dann irgendwo in die Pampa gefahren sind. Im letzten Eck eines Dorfs, wo mehr Urwald als Zivilisation zu finden ist, befindet sich ein Fähr-Terminal. Dort durften wir dann auf die Fähre. Die erinnerte mich an eine der Ostsee-Fähren. Allerdings war dat Schiffsche in nem Zustand, in dem es wohl vor zwanzig Jahren in Europa ausgemustert wurde und seitdem hier Passagiere übersetzt. Aber wir wollen ja nicht meckern, sondern ankommen.

Anschliessend gings mit unserem Bus weiter bis wir gegen 11.30 irgendwo in einer Stadt anhielten, aussteigen mussten und in ein.. Ääh.. Restaurant.. geführt wurden. Mittagessen! Und Tickets mal wieder gegen Sticker und andere Tickets tauschen. Nach einem günstigen Essen chauffierte uns ein Pickup-Truck-Taxi durch die Stadt in eine Seitenstrasse, in der ein Bus stand. Dort sollten wir einsteigen. Taten wir. Und warteten. Und warteten. Und warteten. Über zwei Stunden. Im Bus. Mit viiielen anderen Menschen. Gegen 14.30 (um 15.00 Uhr sollten wir laut Reiseagentur-Tante in Krabi sein!!!) bewegte sich etwas. Von irgendwoher kamen weitere Menschen, die in den bis auf den letzten Platz gefüllten Bus drängten. Also, Bus voll und stehende Menschen im Gang. Wäre ja soweit nicht ganz übel, wenn nicht direkt neben John ein ehemaliger(??) Soldat gestanden hätte, der die ganze Fahrt über davon erzählte (auf Thai und Zeichensprache!), dass er Menschen tötete, wie schlimm das Leben sein kann, uns seine Religion näher bringen wollte und generell viel merkwürdiges Blabla von sich gab. Wir waren froh, dass er nicht auch noch eine Kanone aus seiner Tasche gezaubert hat.

Mit (planmässig?) 3,5 Stunden Verspätung, also etwas nach halb7 erreichten wir endlich Krabi. Und bis auf weitere Backpacker und Touristen verliessen alle Mitreisenden rechtzeitig den Bus. Nach der Durchsage “last stop” mitten auf der Hauptstrasse bedeutete uns ein freundlicher und zuvorkommender Tourguide, sitzen zu bleiben – es gibt eine weitere Station. Tjaha. Die entpuppte sich dann als Bus-Depot mit angeschlossener Reiseagentur (what else). Hier konnten wir dann gemütlich zwischen den Hotels und Hostels wählen (cheap is bad. Fully booked. This one is nice – only 200 EUR/night.. For you my friend). Wir waren froh, unser Hostel schon gebucht zu haben und bekamen für 50 Baht ein Taxi: War für die Strecke, die wir zurücklegten ein angemessener Preis, diejenigen, die noch kein Hostel gebucht hatten, sahen dagegen weniger glücklich aus.

Das PakUp-Hostel, in dem wir dann fix und alle ankamen, kann ich nur empfehlen. Für 200 Baht (5 EUR) bekommt man ein super Bett im 8 Bett Dorm und wenn man die Klimaanlagen-Fernbedienung vor den verfrohrenen Zimmergenossen versteckt, kann man auch ein angenehmes Klima geniessen.

Schon beim ankommen sahen wir den weitbekannten Nightmarket von Krabi. Und zusätzlich – soviel Glück wie wir immer haben, keine Ironie – fand während unserer Anwesenheit auch noch die 140 Jahrfeier der Stadt statt.

Nachdem wir unsere Sachen verstaut hatten, gings hungrig direkt auf den Nightmarket. Dort probierten wir die verschiedensten und exotischsten Gerichte aus. Kleine Portionen, wie man sie von den Süssigkeiten-Ständen auf deutschen Jahrmärkten kennt, machten dieses Vergnüngen einfach. Für 120 Baht (3 EUR) hab ich soviel verschiedenes Thai-Food probiert, wie die ganzen Tage zuvor nicht. Sehr cool waren irgendwelche Fleischbällchen in bunter Panade. War lecker! Einiges war scharf, anderes unerwartet süß. Sehr lecker fand ich auch Crepes-dicke Pfannenkuchen mit Bananen-Schoko-Füllung. Aber irgendwie nicht so, wie in Deutschland.

Erschlagen vom Busfahren und essen fielen wir ins Bett. Davor kamen Timo und ich aber noch überein, am nächsten Tag einige der James-Bond “The man with the gun” – Schauplätze zu besuchen und buchten eine gleichnamige Tour.

James Bond Tour.

Gähn. 7.55 und wir stehen verschlafen an der Strasse, warten auf unser Shuttle und haben nicht gefrühstückt. Dat geht so ja nicht! Und aus dem Grund bin in ein kleines Cafe gelaufen, um Breakfast-to-go zu ordern. Ich hab eigentlich nicht viel erwartet, bekam aber dann sehr zügig meine Bestellung. Bevor die Croissants aufgebacken waren, kam mir aber ein entgeissterter Timo entgegen “das Shuttle ist, da der fährt ohne uns wenn wir nicht kommen”. Nunja. Dann sag ihm doch bitte, er muss ne Minute warten..? Why so complicated =)? Timo also wieder ab und nahezu im gleichen Moment kam eine nette Thailänderin angerannt und drückte mir meine Tüte in die Hand.

Der Shuttlebus-Fahrer nahm´s locker. Und ich hatte Croissant und Cafe. Habe eigentlich ein trockenes Croissant erwartet, aber sogar Plastikmesser, Butter und Marmelade war in doppelter Ausführung für Timo und mich vorhanden. Toller Service, danke =)

Das Shuttle nahm währenddessen Kurs auf den Marine-Pier eine halbe Stunde entfernt und nach einigen weiteren PickUps hatten wir eine ganz nette Truppe beisammen. Immernch leicht verschlafen durften wir vom Shuttle (aaah! Keine Klimaanlage mehr!) auf ein LongBoat umsteigen. Wach wurden wir in dem Moment, als der Boots.. ääh.. LKW-Motor gestartet wurde. Ein riesen Ungetüm, das da auf dem Ende des Boots montiert ist und dem Lärm eines startenden Flugzeugs um nicht viel nachsteht.

So laut wie der Motor ist, ist auch die Geschwindigkeit schnell. Fast mit Lichtgeschwindigkeit flog unser Boot über Wasser, durch sattgrüne Wasser-Wälder, an Regenwaldbewachsenen Bergen und Felsen mitten durch den Phang Gna Bay. Sehr sehenswert sind die Nom Sao Mountains und Ping Gan Island. Unser erster Stop war aber nach einer Stunde Fahrt direkt die James-Bond Insel, die aus dem Film (wie ich nochmal nachgeguckt habe) bekannt ist.

Dort konnten wir uns in Ruhe alles angucken, was nicht gerade von Japanern belagert wurde. Wiedermal: Wenig Asisaten zu sehen, aber wenns um Tours geht, sind sie alle versammelt. Und das zu unserem Amüsement in einheitlichen Shorts (pink/türkis), FlipFlops (pink&gelb), T-Shirts (weiss mit Aufdruck in bunt) und Tour-Bändel. Unglaublich. Nervig sind dabei vorallem die Tourguides, die zu mehrt zeitgleich am lautesten durch ihr Mikrofon plärren wollen. Nunja, anderes Ende der Insel brachte ein bisschen Ruhe.

Anschliessend steuerten wir das schwimmende Dorf “Koh Panyee” an um dort Mittag zu essen. Das war extrem lecker und ausgiebig, sodass wir danach alle ziemlich gefüllt in den Seilen hingen. Das Dorf bot wiedermal unzählige Krams-Shopping-Gelegenheiten, die ich wie immer links liegen lies und stattdessen Sonne tankte.

Weiter gings weiter durch den Bay, die mangrove forest area begutachten. Das ist seichtes Wasser mit Bäumen und Urwald darin. Ganz cool, mal zu sehen. Aber irgendwie auch nix besonderes.

Wieder am Pier angekommen wartete unser Shuttlebus bereits auf uns und brachte uns nach einer dreiviertelstunde Nickerchen-Fahrt zum Suwankhuka-Tempel, der auch als Monkey Cave Tempel bekannt ist. Hier leben unzählige Affen, die sich Bananen nicht nur geben lassen, sondern sich auch von unvorsichtigen (asiatischen -.- ) Besuchern nehmen. Der Tempel ist von aussen nicht zu sehen. Eine Tür im Berg, die an Moria aus Herr der Ringe erinnert, stellt den Eingang dar. Dann ist man drin im Berg und hat in der abgedunkelten Halle die Möglichkeit, eine riesige liegende goldene Religionsfigur zu betrachten. Beeindruckend! Im hinteren Teil befinden sich noch weitere Relikte und Gräber, die nicht weniger beeindruckend sind. Klasse Sache!

Der letzte Programmpunkt war Besuch eines “Wasserfalls”. Als weitgereiste Backpacker waren Timo und ich uns einig: Der Wasserfall wäre keinenfalls ein Besuch wert gewesen. Aber auch für alle anderen Menschen ist ein Wasserfall von vier Metern Höhe irgendwie wenig beeindruckend. Einziger Pluspunkt: Der Fluss kommt direkt davor aus dem Berg.

Anschliessend gings per Shuttlebus wieder zurück ins Hotel, wo John schon auf uns wartete, dass wir zusammen Abendessen gehen konnten. Dieses wurde wieder auf dem Nightmarket eingenommen und der Abend anschliessend mit Gechille in der Hostellobby ausklingen lassen.

Am nächsten Morgen hiess es dann Abschied nehmen von Timo. Der zog aufgrund von Zeitmangel direkt weiter nach Koh Phi Phi während John und ich noch einen Abstecher nach Koh Lanta machten.

Koh Lanta

Zum ersten Mal gab es auch beim Transport dorthin wenig auszusetzen. Unser Shuttle war zwar bis auf den letzten Platz ausgebucht, aber jeder hatte seinen Platz, die Klimaanlage spuckte kühle Luft aus und das Radio dudelte. Schon gegen Mittag waren wir daher in Koh Lanta und konnten uns auf die Suche nach einer Unterkunft machen. Das dauerte auch garnicht lange, da wir direkt auf die Lanta Bungalows zugelaufen sind und uns der günstige Preis überzeugte. Bungalow mit “Bad” und Klimaanlage für 400 Baht/Nacht (10 EUR), direkt am Strand und Bar dabei.

Als ich dann noch die Hängematten entdeckte, war ich vollkommen überzeugt.

Die Tage hier gestaltete ich ziemlich ruhig. John war einen Tag tauchen, ansonsten sind wir motorisiert per Scooter durch die Gegend gefegt, haben uns den Nationalpark mit Leuchtturm (toll!!) angeguckt, beinahe den Tank komplett leer gefahren und nahezu die ganze Insel umrundet. Nahezu.

Zu Fuss durchstreifte ich die Nachbarschaft. Da zur Zeit Nebensaison ist, war nicht viel los. Viele verlassene Ferienanlagen und Bungalow-Landschaften. Einige mit der Anmutung, seit Jahren nichtmehr in Benutzung zu sein, andere frisch renoviert und für den nächsten Besucheranstrurm vorbereitet. Aber ich finde es spannend, dass hier in Thailand nur etwa drei Monate Hochsaison ist und die Menschen damit ihr Geld verdienen, sodass sie den Rest des Jahres davon locker und gut leben können.

Cool war, dass wir auch hier zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren: Der lokale Fussballclub feierte seinen Saison-Sieg. Dazu wurden viiiele Menschen eingeladen, kostenlos Essen für alle bereitgestellt und gemeinsam gefeiert. Direkt in unserem Hostel, was uns die Einladung, teilzunehmen, einbrachte.

Einer der Top-Stars im thailändischen Musikbusiness sorgte auf einer kleinen Bühne abwechselnd mit einer Coverband amerikanischer Songs für die musikalische Untermalung. Leckeres und sehr schwarfes Thai-Food füllte die Mägen und das Chang-Bier trug definitiv auchzur guten Stimmung bei. Ein gelungener Abend!

Nach drei Tagen thailändischer Nebensaison packten wir einmal mehr unsere Sachen – und verließen die Insel, um Koh Phi Phi einen Besuch abzustatten.

Koh Samui mit Fullmoon-Party auf Koh Phangna

Ich mach einfach mal ohne viel Blabla weiter…

Um 13.00 Uhr am 04.Mai gings zurück und per Taxi & Fähre nach Koh Samui. Dort wollten wir uns mit Timo (DE) und John (USA) treffen, die ich schon von vorher kannte. Getroffen haben wir die zwei Chaoten aber schon auf der Fähre und so wurde die Überfahrt noch kurzweiliger, als eigentlich erwartet. Gegen Ende wurden meine Mitreisenden und viele andere merklich stiller  -der Seegang war nicht ganz ohne und das Boot schaukelte wie zu erwarten etwas heftig. Ich fands cool, dafür bekam ich böse Blicke von denjenigen, denen selbiger auf den Magen schlug. Ohne Vorkommnisse kamen wir trotzdem einige Stunden später auf Ko Samui an und erreichten per Taxi (How much is it for four persons? -300 Baht.. Eh. 400 Baht.. – No way, you said 300 – nono.. 400, ok? – nono, not ok. 300 ok. – ok? – ok! — Ich lass mich doch ned dauernd abzocken! Was erwartet ihr denn, ihr Thais?! Aber was man ihnen lassen muss: Im Gegensatz zu Indern – egal in welchem Land – halten die Thais sich an Preise, die vereinbart worden sind. Egal wie hart sie verhandeln, ist man sich einig, dann gibt´s kein Nachverhandeln mehr. Das macht es SEHR angenehm. Und solange man Zeit hat, sehr ruhig und langsam redet, viel lächelt und freundlich ist, bekommt man auch fast immer den Preis, den man zahlen will.. Ich schwiefe ab! Zurück zum Monkey.. Äh.. Hostel)

Also, wir erreichten zu viert unser Hostel per Taxi und waren bis auf die Tatsache, dass wohl seit Wochen nichtmehr geputzt wurde ziemlich begeisstert von unserem günstigen Privatzimmer mit Klimaanlage. 330 Baht pro Person und pro Nacht mit Klimaanlage ist auf Ko Samui definitiv ein Schnäppchen. Offiziell war es kein Privatzimmer, aber da es 4 Personen Dorms sind und wir zu viert da waren.. funktionierte das! Wir blieben hier vier Nächste, da unter anderem die Fullmoonparty während dieser Zeit stattfand. Die letzte Nacht bekamen wir sogar günstiger, weil der Hostelbesitzer keine Ahnung hatte, was seine Zimmer kosten. Auf die Frage “how much have you paid?” antwortete ich “300″ statt “330″.. Kann ich was dafür, wenn die so viele verschiedene Preise rausgeben, dass sie selbst kein Plan mehr haben =)?!

Den Rest des Tages verbrachten wir mit Quatschen, Reiseberichte der letzten Tage austauschen und gemeinsam die Gegend erkunden. Ein bisschen ab vom Schuss waren wir schon, dafür aber in direkter Nähe einiger thailändischer “Familienrestaurants”. Dazu aber später mehr.

Direkt der nächst Tag wurde von uns allen bereits Wochen vorher rot im Kalender eingekreist- Fullmoonparty auf Koh Pangnah. DAS Festival, auf dem man irgendwie mal gewesen sein muss. Nicht, weil es so herausragende DJs dort gibt, nicht weil die Organisation besonder gelungen ist.. Aber einfach die Location und die generelle Art der Party: Tausende Menschen fröhlich, friedlich am Strand. Lauter Dummheiten im Kopf, UV-Farbe auf der Haut und Alkohol-Eimer in der Hand. Das bei 30 Grad um Mitternacht und der Voll-Mond über einem. Perfektes Setting.

Wir entschieden uns absichtlich dafür, nicht auf der Insel direkt zu übernachten, da die Übernachtungspreise horrend sind und es neben der Fullmoon-Party ausser dem Preis wenig Unterschiede zu Koh Samui gibt. Gegen 16.00 Uhr verliesen wir das “Monkey Samui Hostel” und wurden per Taxi an den Speedboat-Pier gebracht. Hier erhielten wir unser “VIP-Transfer-Ticket”, was einfach nur die Fahrkarte für das Speedboat war. Nach kurzer Wartezeit petzten wir auch schon über das Wasser, gen Partyinsel. Wer kann noch von sich behaupten, schonmal mit dem Speedboat zur Party gekommen zu sein *gg*?

Auf der Partyinsel angekommen stellte sich uns erstmal das Einlasskomitee in den Weg. Oder besser gesagt, wir liefen genau darauf zu. Wie jedes gute Festival bekam auch bei der Fullmoonparty jeder ein Bändchen, der Eintritt zahlte. Blöd war nur, dass man den Eintritt nicht hätte zahlen MÜSSEN. Wir haben das nur mit unserem westlichen Denken direkt angenommen und ohne Nahfrage bereitwillig gezahlt *gg* Gut, dass das “Bändchen” nur mit EUR 2,50 zu Buche schlug.

Voller Euphorie suchten wir – wie gesagt, 17.00 Uhr – erstmal den Partystrand auf. Und waren enttäuscht und überrascht. Überrascht, wie sauber der Strand ist: Jede Woche eine Party (Fullmoon, Halfmoon, NewMoon, between the moons.. Whatever) und trotzdem sauberer Sand-Strand! Überall wurden noch Boxen aufgebaut und Getränke herumgekarrt. Also verabschiedeten wir uns erstmal wieder und gönnten uns ein überteuertes Abendessen in einem der unzähligen Touri-Restaurants.

Länger als 19.30 lies sich Zeit nicht totschlagen und so marschierten wir geschlossen wieder an den Beach und wurden erstmal von Bucket-Verkäufern erschlagen. Alle paar Meter wollte uns jemand einen Alkohol-Eimer andrehen. Aber, schlau wie wir sind, haben wir gelernt, die Preise ERST zu vergleichen und DANN zu kaufen. Tjoa. War auch sinnvoll. Bei Liza, deren Bucket-Stand einen sehr sonderbaren Namen hatte, gabs für uns nicht nur günstige Preise, sondern später auch Mengenrabatt und free Hugs. Also, erster Eimer in der Hand (für mich auch der Einzige an dem Abend.. 250ml Vodka, 100ml Thai-Redbull, 330ml Sprite reichen zum Spass haben) genossen wir die vor freudiger Erwartung flirrende Sommerabend-Stimmung. Mehr und mehr Menschen erschienen und füllten den recht großen Strand mit guter Laune. Gegen 21.00 Uhr wurde die Musik lauter und mehr. Für jeden Musikgeschmack konnte ein “Floor” gefunden werden. Was mich erschreckte, waren die vielen grünen und teils blauen Laser, die ohne Sicherheitsvorkehrung mitten aufs Publikum gerichtet wurden. (Zur Info, ihr lieben:  so schön Laser auch aussehen: NICHT reingucken! Gerade diese blöden Punkt-Muster, die immer die gleichen Muster malen sind da übel. Es reicht, wenige Sekunden in einen grünen Laser zu gucken um (teilw. erst vom Augenarzt erkennbare) Schäden davonzutragen. Blaue Laser sind durch ihre Strahlungsintensität noch gefährlicher – nicht umsonst dürfen in Deutschland Laser auf Events nur so installiert werden, dass sie idR mind. zwei Meter über Kopfhöhe der Teilnehmer rumlasern.. und bei den ganzen scheiss-billig-Asiaprodukten hast Du keine Ahnung, was für Diodendreck verbaut ist.. also a) Finger weg, auch wenns schön leuchtet und b) nicht reingucken, auch wenns schön leuchtet ;) )

Highlights auf jeder Fullmoonparty ist Seilspringen mit in Flammen stehenden Seilen und Limo unter brennenden Stöcken durch. Definitiv ne super Zuschauerbelustigung, je besoffener die Teilnehmer sind. Sicherheitsstandards gibts hier nicht, passiert ist auch nix. Wundert aber.

Von links nach rechts besuchten wir alle Dancefloors, schauten und Feuershows, Lichtshows und verrückte Menschen an, bemalten uns mit UV-Farbe und organisierten Eimer für Eimer.. einige mehr, andere Weniger. Gut dabei waren wir alle, auch wenn wir bei einigen unserer eigenen Feierfreunde zwischendurch das Gefühl hatten, die Party sei over, bevor sie wirklich begonnen hatte. Gegen 12 wurde es richtig voll, sodass die Partypeople bis ins Wasser standen und tanzten. Schön war, dass die ganze Stimmung ausserordentlich gechillt und unaggresiv war – wie eigentlich überall auf meiner Reise. Naya, Krawallmacher saufen sich auch lieber daheim zu, als auf Weltreise zu gehen – grins.

Timo und ich marschierten zwischendurch über die Fressmeile und vergnügten uns mit allerlei exotischen Leckereien. Was genau das alles war, weiß ich nicht. Lecker war es und mein Magen – toitoitoi – hat diese kulinarischen Ausflüge bis heute ohne Murren mitgemacht. Dafür liebe ich ihn. Andere Reaktionen könnte ich aber auch verstehen.

An einem der Fressstände lernten wir dann noch ein paar lustige Franzosen kennen. Wenn französische Mädels anfangen, deutsch zu babbeln ist das irgendwie lustig. Verstanden haben wir davon wenig, allerdings bot Englisch eine gemeinsame Kommunikationssprache. Im Gewühl haben wir die dann leider wieder verloren und mit fortschreitender Stunde wurde Timo immer stiller und Paul immer aufgedrehter. Mit dem “move like Jagger” beeindruckte er bedingt durch seinen Alkoholpegel niemanden mehr. Seine “Interprätation” endete mit dem verdrehen der eigenen Füsse und damit einer sehr plumen Anmache an Lena – gemeinsam landeten sie schmerzhaft an der Kante einer Bank. Tja, doof, wenn man sich nichtmehr selbst im Griff hat und dann auch noch nicht kapiert, dass dies der Fall ist :-D

Da der Alkoholpegel inzwischen ein Leven erreichte, was ich nur noch lustig fand, ich aber meilenweit zurückgeblieben bin, beschlossen Lena und ich schon gegen 2 Uhr den Rückweg anzutreten. Interessant, wieviel da gebaggert wurde ohne dass sich Sand bewegte xD. Same same. Und wenig different.

Unglaublich professionell und erwähnenswert war auch unser Rücktransport. Ohne Wartezeit konnten wir direkt an Board gehen und auch die Angst, das Boot könnte überfüllt werden, verflüchtigte sich schnell. Der Captain zählte nach jedem neuen Passagier komplett durch, wieviele Leute nun an Board waren. John tauchte auch noch auf und fuhr ebenfalls mit uns zurück. Nur Timo verloren wir im Gewühl mit Paul zusammen.

Durch die Nacht gings bei klarem Sternenhimmel wieder zurück nach Koh Samui und anschliessend ebenfalls ohne Wartezeit per Taxi ins Hostel. Dieser Transport war seine EUR 25 definitiv wert! (Für den Fall, dass jemand als Partyvorbereitung den Blog liesst: Die Company ist die Petcharat CoLtd, buchbar in jedem Hostel.)

Am nächsten Morgen wachte ich gegen 09.00 Uhr auf und stellte fest, dass Timo immernoch nicht da war. Das bedeutete, dass er noch auf der Insel sein muss. Hm. Und durchgefeiert hat? Oder verlorenging? Oder seinen Spass hatte?

Es stellte sich heraus, dass er ein paar Freunde, die er aus Australien kannte, gefunden hatte und mit denen die Nacht zum Tag machte – und deren Hotelzimmer mitnutzte. Er erschien gegen 12.00 Uhr, gerade rechtzeitig, um mit und in einem der kleinen Restaurants rund um unser Hostel essen zu gehen. Für nichtmal einen Euro bekamen wir jeder ein sehr leckeres Curry mit Reis, Cola und thailändische Atmosphäre. Ansonsten verlief der Tag eher unspektakulär.

Den Tag darauf sind Lena, John und ich an den ChaWeng-Bay gefahren und haben uns dort erstmal eine Thai-Massage gegönnt und in einem recht noblen Restaurant gespeist. War lecker! Ansonsten waren wir weniger erfolgreich mit der eigentlich geplanten Shopping-Tour, was aber auch nicht weiter schlimm sondern geldsparend war.

Zu einer Inselweiten Erkundungstour starteten John und ich am nächsten Tag per Scooter. Lena verliess uns morgens, um in einem anderen Resort die letzten Tage zu geniessen und Timo war für sich alleine einige gesundheitliche Dinge regeln. Also hatten John und ich die Freiheit, per Scooter durch die Gegend zu cruisen. Auch heute stoppten wir am ChaWeng Bay und genossen den Strand. Leider war das Wetter uns nicht wohlgesonnen. Nachmittags stiess Timo nochmal dazu und wir chillten in einer Strandbar auf Sitzsäcken im wieder einsetzenden Sonnenschein. Regenzeit bedeutet hier 5 Minuten heftigst Schauer mit anschliessendem Sonnenschein.

Später gingen wir noch eine Kleinigkeit essen und cruisten zur nördlichen Strandfront und über die Hauptstrasse der Insel. Den Abend verbrachten wir mit Moritz und seiner Freundin, die Timo und John aus Bangkok kannten, in einem indischen Restaurant.

Und am nächsten Tag mussten wir uns auch schon von Koh Samui verabschieden – weiter ging die Reise per Taxi, Bus & Fähre nach Krabi. Über dieses Abenteuer erfährst Du mehr im nächsten Blog.

Von Bangkok nach Koh Tao

Nach spannenden Tagen in Bangkok verabschiedeten wir uns von Großstadthitze, Menschenmassen und dem LubD-Hostel in Richtung Süden. Per Kombi-Ticket wollten wir einfach und komfortabel bis nach Koh Tao kommen. Leider war das Komfortabel nicht so das, was wir uns erhofft hatten.

Unser Ticket kostete 1450 Baht, was etwa 37 EUR entspricht. Klingt ja nicht schlecht für eine Fahrt von knapp 1000 Kilometern im VIP Bus mit Service, Fährüberfahrt und Taxi zum Hotel. Tjaja. Denkste =) Da wurden wir erstmal schööön abgezockt. Grund war, dass wir am Bahnhof anstatt am Busbahnhof waren, weil wir uns das Geld fürs Taxi zum sehr ausserhalb gelegenen Busbahnhof sparen wollten. Tjoa. Das haben wir ordentlich gezahlt. Normalerweiße kostet das Ticket etwa 600 Bahn. Der Rest war dann wohl Kommision für die Reisebüro Tante.. Unfreundliche Tussi! Nunja, was solls.

Ordentlich überpünktlich wie Deutsche sind ,waren Lena und ich statt um 19.00 Uhr schon um 18.25 am Bahnhof vor der Reiseagentur. Die Agentur liegt auf einer Art Balkon im Hauptbahnhof von Bangkok, oberhalb der Wartehalle. Eigentlich erinnert der Bau ein wenig an alte Bahnhöfe in Deutschland. Mit dem Unterschied, dass die Menschen überall sitzen – Bänke, Tische und vorallem mit Picknickdecken (oder ähnlichem) auf dem Boden. Spannend ist die Tatsache, dass diese riesige Halle klimatisiert ist! Die Klimaanlage hätte ich auch gerne für Events ;)

Nach über 1,5 Stunden Wartezeit wurden wir gegen 20.30 in Richtung BusBay gebeten. Dort warteten einige Busse auf uns und um ein Haar wären wir in den falschen gestiegen. Hier kam man sich nicht VIP vor, sondern eher wie Schlachtfiecher. Thailänder überall, die einen husch-husch, schnell schnell in die Busse quetschen wollten und nur keine Zeit verlieren wollten. Nunja, richtiger Bus gefunden und riesig enttäuscht: Von wegen komfortabler Schlafbus! Das Ding war echt der letzte Rotz. Beschweren hätte eh nichts gebracht und im schlimmsten Fall zum Nicht-Transport geführt, daher hab ichs gelassen. Solange ich ankomme, war mir das eigentlich relativ egal. Einige meiner Mitreisenden sahen das anders und bekamen schlechte Laune. Was solls ;)

Also, schön gequetscht in dem Bus (der übrigens ne geile Motor-Beleuchtung in grün, passend dazu die Innenbeleuchtung in Neon-Grün und natürlich ne phääätte Unterbodenbeleuchtung hat.. Scheiss auf Kunden, in Grün lässt sich´s auch lesen/schlafen – Hauptsache, der Gesamteindruck stimmt, lach) der bis auf den letzten Sitz voll war gings “on the road”. Überrascht hat mich die sehr gute Infrastruktur in Thailand. Durchgehend sehr gute Hauptstrassen, viele Strassenlaternen und westlich anmutende Gebäude am Strassenrand.

Angst bekamen wir glaube ich alle erst, als die Strasse kurvig wurde. Bei knapp 100 Km/h raste unser Doppeldecker stark (!) schwankend durch das nächtliche Thailand. Und mehr als einmal hatten wir das Gefühl, gleich umzukippen. Passierte nicht – die scheinen ihre “Kisten” zu kennen.

Nach zwei Stunden, also gerade als die meißten eingeschlafen waren, gab´s einen Stop für eine halbe Stunde. Unser freundlicher thailändischer Tourguide mit der Anmutung eines Gangsters jagte die Meute schlaftrunkener Backpacker aus dem Bus. Nachdem alle draussen waren, schloss sich die Bus-Tür und der Bus fuhr weg. Und wir guckten uns blöd an. Die Situation klärte sich aber nach wenigen Minuten, da der Bus nur umgeparkt wurde. Under freundlicher Tourguide erschien daraufhin noch einmal und schleuderte uns wortwörtlich folgende Satzfetzen entgegen “Kaufen! Jetzt! Last stop for whole night. KAUFEN!”

Grins. Thailand, zwei Uhr Nachts, schlaftrunken, vor Dir steht ein Gangster und schreit Dich an “KAUFEN”.. Haha.. Die Situation war zu gut =) Zu Kaufen gabs Pringles, Sandwiches und sonstigen Kleinscheiss zu selbst für Thailand übermässig überteuerten Preisen.

Etwas rat- und lustlos standen wir mit einigen anderen Mitreisenden am Strassenrand und warteten, dass die Pause vorüber ging. Währenddessen hatten wir die Möglichkeit, in ein paar der anderen Busse zu schauen. Gleiches Doppeldecker-Konzept, aber definitiv VIP. Luxus, Leder, Klima, Getränke – wir hatten wohl einfach die falsche Company ausgesucht. Aber you never know.

Endlich gings weiter. Halb drei Nachts, das grüne Licht wurde ausgeschaltet und die Leselampen funktionierten natürlich nicht. Handy-Licht ist schon ne tolle Sache und so konnte ich trotzdem lesen, während der Rest vorgab, schlafen zu können.

Die nächste Attraktion in dieser Nacht wurde uns gegen 04.30 präsentiert. Wir kamen nicht wie erwartet um 6.00 Uhr an, um direkt auf die Fähre überzuwechseln.. Wäre ja langweilig! Wir kamen um 04.30 Uhr im stockdunklen NICHTS an. Ein Parkplatz, eine Wartehalle. Das war´s. Freundlich hiess es “Leave the bus. Take your belongings”. Und der Bus fuhr davon. Eine Entführung wäre nicht viel unpersönlicher abgelaufen – ausgesetzt in der Wildnis, sich selbst überlassen. Zum Glück beinhaltete die Wartehalle aber wieder ein Kiosk und da Backpacker nciht wie normale Hotelgäste sowohl Kissen, Handtücher als auch Decken dabeihaben, machten wir halt Parkplatzparty.

Irgendwann kam dann auch die Info bei uns an, dass wir wirklich nicht entführt wurden, sondern einfach “nur” drei Stunden Zeit totschlagen müssen, bis die Fähre um 06.30 kommt. Schön! Immerhin. Eine Runde Sonnenaufgang in Thailand vor einer wunderschönen Szenerie gesehen. Und wieder einen Buch-Wälzer fertiggelesen.

Um 5.30 forderte uns der nächste sehr kundenorientierte Guide auf “present your tickets – NOW!”. Nichts passierte sonst, aber alle wurden geweckt / mussten aufwachen, um sich einen dämlichen Sticker abzuholen. Ich war sooo froh, dass ich mich sowieso gegen Schlafen entschieden habe. Ich wäre etwas unleidlich geworden *gg*.

Aber alles Strategie. Pünktlich um 06.00 Uhr morgens legte die Fähre an. Ein uralter, verrosteter Kahn. Wären einige in wacherem Zustand gewesen – es hätte sicher einige gegeben, die sich gewehrt hätten, auf so n Schrottplatz zu steigen. Wie gesagt – alles Strategie.

Vier Stunden später erreichten wir Koh Tao und konnten auch dieses Kapitel abhacken. Erwähnenswert war hier übringens noch die Tatsache, dass man für einen Aufpreis in das klimatisierte Innere des Schiffs gekonnt hätte. Unser Glück  – Klimaanlage kaputt. Daher war der Zugang auch ohne Aufpreis gewährt. YESS :-D

Koh Tao

Per Taxi (If you book with me taxi, I give you good price my friend. Not like others, good price my friend. Only 50 Baht per Person  – good price same same but different (jaja -.- my friend!!), das sich als PickUp mit zwei Bänken auf der Ladefläche herausstellte, erreichten wir wenig später unser Hostel. Ganz nach dem Motto billig und gut hatten wir uns für ein Hostel entschieden. Billig wars, gut war die Klimaanlage. Als “sanitäre Anlage” liess sich selbiger Bereich nichtmal im Traum bezeichnen. Aber bei 3 EUR/ Nacht kann man das auch nicht erwarten. Wo man sich anderorts über kaputte Klimaanlagen beschwert, hat dieses Hostel daraus ein Geschäftskonzept entwickelt: Die Dorm-Rooms wurden auf 15 Grad heruntergekühlt – und für extra Geld konnte man sich eine Bettdecke “upgraden”. Ansonsten schlief man mit Kopfkissen ohne Decke.

Total fertig fielen wir in die Betten. Nach einer Runde chillen, schlafen und Klimaanlage geniessen kämpften wir uns durch die Hitze- und Schwülewelle, die uns entgegenschlug, sobald wir die Tür öffneten. Nach einer Runde am Strand und einer Besichtigungstour entschieden wir uns für das, was normalerweiße immer die Laune hebt: ESSEN! Lecker Hamburger mit Pommes – braucht man jetzt. Und dazu garnicht so teuer. Tjaha. Von wegen Laune heben. Die %!!%&$ haben mal schööön meine Bestellung vergessen. 45 Minuten warten auf Essen. GRML! :-D

Zurück im Hostel bestand der Nachmittag aus quatschen mit anderen Anwesenden, chillen, schlafen und Pläne machen. Doof war, dass wir nur eine Nacht in Koh Tao blieben und somit wenig machen konnten. Aber wie sich herausstellte, kann man eh fast überall das Gleiche machen: Tauchen, Jetski, Schnorcheln, Party, Sonnen.

Für den nächsten Tag beschlossen wir zusammen mit Cat, England, an den Shark´s Bay zu fahren. Das ist eine Bucht, in der man mit Haien schnorcheln kann – oder Haie beim schnorcheln sehen kann. Oder Korallen und Nemo&Friends. Ein teures Taxi brachte uns hin und wir genossen einen halben Tag Strand in nahezu völliger Abgeschiedenheit, türkises Wasser und Sonne pur. Höhepunkt war unsere selbsterstellte Zirkusattraktion “Rad schlagen und Handstand am Strand” – ich war überrascht, dass ich das noch kann. Man scheint Dinge nicht zu verlernen.

Zurück zum Hostel und weiter nach Koh Samui – mehr dazu im nächsten Eintrag.

Bangkok – Tag 1&2

Wow. Herzlich willkommen im Land des Lächelns, in der Stadt der Engel wie Bangkok hier auch heisst. Im übrigen gibt es eigentlich garkein Bangkok. Die vielen kleinen Gemeinden und Orte, die sich hier versammelt haben, werden nur zu Bangkok zusammengefasst. Und das ist auch nicht der Name, den die Stadt eigentlich hat. Bei Thais ist sie als Krung Thep bekannt, was die Kurzform für ”

Krung Thep Mahanakhon Amon Rattanakosin Mahinthara Ayuthaya Mahadilok Phop Noppharat Ratchathani Burirom Udomratchaniwet Mahasathan Amon Piman Awatan Sathit Sakkathattiya Witsanukam Prasit” ist.

Ich glaube, jetzt ist klar, warum die Abkürzung eingeführt ist. Diese steht übrigens für “Stadt der Engel”.

So. Abend Nummer zwei und ich sitze im Hostel und habe zum ersten Mal seit ich in Australien aufgebrochen bin, wieder ein bisschen Zeit zum durchatmen. Gestern Abend gegen 7 bin ich in Bangkok gelandet und nach über einer Stunde Passkontrolle, Geld organisieren und SIM-Karte organisieren konnte es gleich nachdem ich eine Suchmeldung nach meinem Bagpack aufgegeben hatte in Richtung City gehen. Wie beim Universum bestellt, ist mein Bagpack nämlich nicht mit mir im gleichen Flieger nach Bangkok gekommen, was für mich den Vorteil hatte, dass ich bei 30 Grad und gefühlten 100% Luftfeuchtigkeit nicht mit 20 Kg aufm Rücken durch die Stadt rennen musste. Stattdessen habe ich mir mein Daypack geschnappt und bin mit dem Skytrain – einer der öffentlichen Verkehrsmittel, 20 Meter über der Erde, Elektroantrieb und made by Siemens in Germany – irgendwo durchs nächtliche Bangkok geflitzt. Mit viel Zeit und Ruhe stieg ich zweimal um und landete dank der sehr guten Wegbeschreibung des weltweit Top-8-rated Hostels “Lub D” genau vor dessen Rezeption.

Einchecken, Gesicht waschen, Daypack auf´s Bett schmeissen – und erstmal Timo suchen, der auch irgendwo hier sein sollte. Gesucht, gefunden. Und anstatt nach 12 Stunden Flug und einer unruhigen letzten Nacht ins Bett zu fallen gings per Tuk-Tuk (omfg! Ich hatte selten in meinem Leben so Angst :-D ) auf die..Khao San Road. Als ehemalige Hostel-Strasse haben sich hier viele Bars, “Biergärten”, Massage-Shops, Buchläden, Klamotten- und Ramschläden und Esotherik-Schuppen niedergelassen. Ein bunt gemsichtes Publikum streunt hier ziellos zwischen den vielen Thais herum und geniesst den Flair der Strasse. Wir haben uns erstmal für 2 EUR in einer der Bar´s ein Bier (bzw. Bacardi Breezer.. Same price…) gegönnt und das Treiben beobachtet. Anschliessend gab´s von einem der Strassenstände für umgerechnet 40 Cent eine leckere Portion Abendessen für mich (mein Magen lebt noch!!!) und für John eine Runde Fuss-Fisch-Massage. Wie genau man das beschreibt weiß ich nicht.. ein Becken mit kleinen Fischen, in die man die Füße steckt und die dann von den Fischen beknabbert werden. Komische Geschichte, John fands lustig konnte das Gefühl aber auch nicht beschreiben. Anschliessend stürmten wir die nächste Bar und beendeten den Abend mit einer Tuctuc-Fahrt zurück ins Hostel.

Der 29. April geht für mich in die Geschichte ein. Für die Thais wohl auch, da heute – happy Bday – Buddha´s Geburtstag ist. Ich hatte aber nach unglaublichen sieben Monaten oder 199 Reisetagen endlich wieder einen guten (!!) KAFFEEE zum Frühstück. Aus einem Kaffee-Vollautomaten! Und zu Krönung wurden Croissants (Croissont? Französisch. Mal wieder. Kein Plan! Hörnchen! :-D ) gereicht. Ein guter Start in den Tag – und das für 1,20 EUR.

Anschliessend marschierten wir in der gleichen Konstellation wie am Vorabend – Timo, John & ich – auf einen der vielen, unglaublich riesigen Märkte. Hier gibt es echt ALLES! Bücher, Tische, Hemden, Anzüge, Schuhe, Rucksäcke, Lampen, CD´s, Handies, Kronleuchter etc.etc.. Aus dem Staunden kommt man hier definitiv nichtmehr heraus. Sehr beeindruckt hat mich ein Svarovski-ähnlicher Kronleuchter. Etwa 3 Meter hing her von der Decke und glänzte dabei in allen Farben. Sah unglaublich gut aus. Und kostete nur 750 EUR… Die Frage ist nur, wie bekommt man so ein Ding nach Deutschland, lach.

Weiter ging unsere Streiftour und da ich nicht mit 20 KG auf dem Rücken durch Thailand ziehen möchte, habe ich meine Verhandlungskünste direkt einmal ausprobiert und einen “Markenrucksack” von 600 Baht heruntergehandelt. Leider nur auf 500, aber besser als garnichts. Also, 12 EUR gezahlt. Muss nur vier Wochen halten.

Da die Hitze und Sonne uns Dreien mächtig aufs Gemüt schlug und man sich nach drei Stunden Shopping-seeing so tot fühlte, wie an anderen Tagen beim zu-Bett-gehen nicht beschlossen wir in einer der Malls einzukehren und erstmal – Klimaanlage sei dank – abzukühlen. Per U-Bahn erreichten wir nach kurzer Diskussion das “Bangkok Cultural Center”, von welchem wir maßlos enttäuscht waren – oder es einfach übersehen haben. Die Mall, die dort auch am Sonntag ihre Pforten geöffnet hat, wurde von uns aber direkt in Augenschein genommen. Leider bot die der Foodcourt die Speisekarte nur auf Thai an und – was uns bei unserem Erschöpfungszustand zuviel war – die Bezahlung nur per Chip-Karte an. Daher wurde mein Vorschlag “Da ist ein KFC um die Ecke gewesen..” ohne weiteren Wortwechsel gestürmt. Das erste Mal für mich in einem KFC und das erste Mal in einem KFC.

Anschliessend traten wir den Rückweg zum Hostel an. Der Nachmittag bestand für uns mit Reiseplanung. John und Timo sind gegen Abend zu einem Tauchkurs aufgebrochen, aber werden zusammen mit mir am 05. Mai auf die Full-Moon-Party auf Koh Pangan gehen. Alles nicht ganz so einfach, wenn die Thais´s kein Englisch können und wir zudem kein Thai. Geht alles – no worries.

Zum Abendessen beschloss ich, das MBK-Shopping-Center zu besuchen, da es in Lauf-Reichweite zum Hostel liegt. Das es groß ist, wusste ich. WIE groß wusste ich nicht. Auf dem Markt am morgen hatten wir uns verirrt – wenig verwunderlich. Dass selbiges auch in einem Einkaufszentrum möglich ist, wusste ich nicht.

Das Ding hat 8 Stockwerke, über 2000 Geschäfte und eine Länge von mehreren Fussballfeldern. Um einmal von links nach rechts zu laufen habe ich über 10 Minuten gebraucht. Und aufgund der Architektur schööön verlaufen. Zum Abendessen gab´s dann Stilecht – McDonalds. Allerdings bietet der McDonalds in Thailand nur den McChicken und ChickenWings und andere Chicken-Produkte an. Das war´s. War trotzdem okay.

So. Und jetzt sitze ich im Hostel und bin auch am 2. Tag hier total platt. Morgen werde ich in Erfahrung bringen, wie Bahn&Bus hier funktionieren und irgendwas angucken gehen. Abends kommt Lena in BKK an und dann wird die weitere Planung aufgestellt.

Ich bin platt. Was trinken und dann Bett! Bis die Tage =)

1770, Hervey Bay, Fraser Island, Noosa & Brisbane

Schon wieder sind zwei Wochen um und damit neigt sich mein Aufenthalt in Australien langsam dem Ende.

Es ist eine komische Zeit gewesen, auch wenn ich sie sehr genossen habe. Zwischen meinem Langzeitbesuch in Neuseeland, der definitiv ein Höhepunkt meiner Reise darstellt und dem Wissen, wenn ich wieder nach Hause komme, wird sich sovieles verändert haben. Australien hatte da nur die Möglichkeit, mir die Ruhe und Zeit zu geben, mal wieder über mein Leben nachzudenken. Diese Zeit habe ich mir bei vielen ausgiebigen Spaziergängen gerne genommen und nebenbei so einiges gesehen.

1770.

Wie schon geschrieben, das Hostel war sehr gemütlich. So, wie ich die Hostels 2008 bei unserer letzten Australien-Tour im Kopf hatte. Etwas heruntergekommen, sehr gemütlich aber doch gepflegt und durch angenehme Eigentümer mit einem ganz eigenen Charakter.

Die Tage habe ich genutzt, um mir die Umgebung anzuschauen. Sowohl eines der Touri-Virtel für die betuchte Gesellschaft wie auch den Strand – Kilometerlang in alle Richtungen. Die Abende wurden mit netten Menschen aus der ganzen Welt – vorallem Spanien und den USA – am Lagerfeuer verbracht. Das war was anderes, als nur am Tisch oder auf der Couch zu sitzen und hat bei lauen 25 Grad definitiv Sommergefühle hervorgerufen. Nur die Gitarre hat gefehlt.

Nach zwei Übernachtungen sollte mein Greyhound-Bus am 16.4. morgens um kurz nach 10 kommen. Gegen 11.30 erblickten wir dann den roten Flitzer auch. Warum die Kiste soviel Verspätung hatte, wurde uns nicht erzählt. Hat der Stimmung aber keinen Abbruch getan, denn auch morgens um 10 schien die Sonne schon ziemlich heiss und zusammen mit den Pick-Up-Busfahrern gönnten wir uns ein Sonnebad, bevor es dann schlussendlich in den Bus ging.

Gegen Abend erreichte ich Harvey Bay. Mein Hostel, das Flashpackers, ist vom Standard her die definitive Nummer 1. Neu, sauber, große schöne Küche, gemütliches Wohnzimmer, Kino-Raum, toller Pool und eine große Liegewiese. Klasse! Wäre Harvey Bay nur flächenmäßig so groß. Vom Zentrum zum Hostel benötigt man mit dem Auto etwa 10 Minuten, dementsprechend weit ist es zu laufen. Zum Glück fährt der Shuttle-Bus stündlich. Das hat diesen Umstand ziemlich wett gemacht.

Am ersten Abend gab es “Wine&Cheese” für alle, die ihren Laptop zuklappen und ihr Handy für diese Zeit auf Lautlos stellen. Definitiv eine tolle Aktion – denn Backpacker im digitalen Zeitalter hängen viel zu oft vor Facebook, als es noch vor einigen Jahren der Fall war.

Die Nähe zum Strand nutzte ich für ausgiebige jogging-Runden in beide Richtungen und kannte so unter anderem die gesamte Strandpromenade nach den paar Tagen. Schön war definitiv auch der Pool – angelegt wie eine Lagune ohne Kanten und mit kleinen Steinchen verkleidet statt mit einer Plastikwand.

Da Harvey Bay eine der Destinations ist, von denen aus man gut Fraser Island besuchen kann, habe ich mir diese Möglichkeit natürlich nicht entgehen lassen und einen Tagestripp gebucht. Fraser Island ist im Bezug auf verschiedene Dinge aussergewöhnlich: Die Insel hat eine Länge von über hundert Kilometern aber ist nur wenige Kilometer breit. Man kann hier ziemlich oft Dingos sehen und diese sind -  soweit man das bei Dingos sagen kann – reinrassig, da sie von den ersten Siedlern nach Australien mitgebracht worden sind und sich auf Fraser Island dann nur untereinander gepaart haben. Ausserdem besteht die Insel NUR aus Sand – keine Erde – und hat einige Regenwasser-Seen, die durch Sand-Filterung eines der weltweit saubersten Wasser haben.

Ich fand die Tour extrem lustig, denn wir fuhren mit einem MAN-LKW-Bus, also eigentlich einem LKW vom Grundgestell her, aber mit einem “Personencontainer” darauf über die Sandhügel. Der Bus war schon ziemlich komfortabel, auch wenn das bei der Anzahl an Schlaglöchern nicht so ganz zur Geltung kam. Wir fühlten uns wie bei einer Fahrt auf Schnee – ein bisschen driften, ein bisschen Chaos wobei unser Fahrer zu jeder Zeit die volle Kontrolle über die Kiste hatte.

Sehr cool war der See, an dem wir gehalten haben. Leider habe ich gerade den Namen vergessen und hier im Flieger finde ich auch meine Broschüre nicht. Jedenfalls ist das Wasser des Sees reines Regenwasser, was sich über Jahrhunderte angesammelt hat und aufgrund der Vegetation und dem Druck von oben nicht durch den Sand abfliessen kann. In dem See konnten wir erstmal eine Runde schwimmen gehen, was für die ersten 20 Minuten sehr cool war, da wir solange die einzigen Gäste waren. Danach kamen die “normalen” Touri-Busse auch an und es wurde touristisch voll. Weiter gings durch den Regenwald, der hier subtropisch in sattem Grün erstrahlt. Nach einem Zwischenstopp zum Lunch im einzigen Resort auf der Insel setzten wir unsere Fahrt am Strand fort. Obwohl es “nur” ein Strand ist, wurde er offiziell als State Highway klassifiziert. Man darf 80 km/h fahren und muss die gültigen Verkehrsregeln beachten. Und mit etwas Glück – was wir hatten – sieht man Dingos durch die niedrigen Dünen streunen.

Die nächste Station waren die Colour-Rocks. Das sind Felsen, die aus Kalkfarbe bestehen. Aboriginies kamen hier früher her, um sich die verschiedenen Farben zu sammeln und mit Öl vermischt als Farbe für ihre Körberbemalung anzumischen. Ein kleines Stück zwischen den Fingern zerrieben reihct schon, um die gesamte Hand zu verfärben – ich sprecher aus Erfahrung. Offiziell gibt es hier 247 verschiedene Farbtöne. Von rot über lila bis hin zu jeder erdenktlichen gelb/braun-Tönung ist alles vorhanden. Sieht beeindruckend aus!

Den Abschluss unseres Trips bildete eine Wanderung durch den Regenwald. Ich habe irgendwelche coole Pflanzen, 50 cm lange Reptilien und viele eindrucksvolle Regendwald-Impressionen gesehen.

Nach Harvey Bay erreichte ich am 20. April Noosa. Dort verbrachte ich die ersten zwei Tage in der Halse Lodge, die mir nicht so gefiel. Wieder mal ein YHA, das mich enttäuscht hat. Wurde zwar besser, als ich am 2. Tag ein wenig ausgeschlafener war, allerdings nicht viel. Ich nutzte die Zeit trotzdem, um mir Noosa und den Noosa Nationalpark anzugucken. Den zweiten Tag in Noosa verbrachte ich auf dem “Coastal Highway”, der an den Surf-Beaches zu einer Landzunge führt, von der aus ein wunderbarer Blick aufs Meer möglich ist. Leider hat das Wetter nicht ganz mitgespielt, sodass hier keine Vorzeige-Fotos entstehen konnten. Für die restlichen vier Tage wechselte ich ins Flashpacker-Hostel. Das gefiel mir wiederrum sehr gut, auch wenn mein Aktionsradius sich an zwei Tagen nur vom Bett in den Gemeinschaftsraum und wieder zurück erstreckte. Grund war die Stichtung vpn 16.500 Studiengängen in Deutschland – irgendwo muss ich ja meinen Master machen. Mal sehen, ob es was gebracht hat. Abends gabs coole Filme und – oh Wunder – Australis´s got Talent in der Chill-Lounge, was mit Yasmin zusammen ausgiebig Kommentiert wurde. Sehr lustig, wenn man sich über die gleichen Themen aufregt. Ausserdem haben wir festgestellt, dass bei AGT nahezu alle in die nächste Runde kommen.. Und viel zu wenige Leute rausfliegen. Da kommt die Frage auf: Wie lange läuft da eine Staffel?

Durch meine täglichen Jogging-Runde habe ich dann auch die “Noosa Heights”, wie sich das Viertel des Hostels nannte, gesehen. Einmal bin ich etwas zu spät – so gegen halb 5 – erst zum joggen los und wollte dann am Nationalpark entlangjoggen. War aber wie gesagt schon etwas spät und damit bereits dunkel. Und da, wo ich langwollte war zwar eine Schneide zwischen Häusern und Nationalpark aber kein Weg. Mit den weltweit giftigsten Tiern definitiv nicht so lustig. Ich habs aber überlebt.

Am 24. April marschierte ich noch im Regen zum Aussichtspunkt, was sich als doofe Idee herausstellte, da auch von dort oben nicht mehr als Regenwetter weit und breit zu sehen war. Aber jaha – es regnet auch in Australien.

Schweren Herzens erreichte ich einen Tag später Brisbane. Das Ende meines Aufenthalts nahte. Von Brisbane war ich begeisstert. Ich weiß, dass ich 2008 als ich mit Lea unterwegs war, die Stadt total nervig fand – oder sie zumindest als das in Erinnerung behalten habe. Aufgrund dieser niedrigen Erwartungen erstaunte mich die Stadt umsomehr: Bunt, leuchtend, groß und freundlich. Ich habe mal wieder festgestellt, dass ich Großstädte mag und mich dort definitiv wohl fühle. Wenn ich mir eine Stadt zum Leben aussuchen müsste, kommt Brisbane definitiv mit in die engere Auswahl.

Die Zeit hier ging viel zu schnell vorbei. Was ich alles gesehen habe, weiß ich garnicht. Das lag daran, dass ich einfach losgelaufen bin und mir zu Fuss am ersten Tag den kompletten Boardwalk, das Uni-Viertel inkl. Oper und Schauspiel angeschaut habe, am zweiten Tag die Innenstadt mit Casino, Einkaufszentren, historischem Post Office, Kirchen und allerlei Plätzen.

Am Freitag vor meinem Flug haben die Brisbane Broncos im Telstra-Station gespielt. Karten gabs leider keine mehr, aber es war trotzdem cool zu sehen, wie die Menschen auf dieses Station zugerannt sind, um ihren Verein zu unterstützen. Unser Hostel, nur wenige hundert Meter davon entfernt, konnte die Applaus-Rufe nicht nur im TV verfolgen.

Tja. Und da sind wir auch schon beim 28. April. Heute. Und ich sitze im Flieger nach Bangkok und bereite mich mental auf 40 Grad, schwül und heiss vor. Klappt nicht so ganz. Habe die Nacht suuuper schlecht geschlafen und bin sowieso gespannt auf Bangkok. Das ist nochmal ein richtiges Abenteuer: Millionen-Stadt in Asien. Wird wohl ein bisschen wie Fiji sein, allerdings mit viiiiel mehr Mesnchen. Zum Hostel komme ich entweder mit zweimal umsteigen mit der Bahn oder mit einem Taxi, bei dem ich den Fahrpreis erstmal verhandeln muss. Bisher bin ich skeptisch, was die ganze Aktion anbelangt. Aber auch das wird werden.

Ich stelle fest: Ich noch nicht heim =) Die Zeit rennt so und ich bereue etwas, meine Reise um drei Wochen verkürzt zu haben. Ein bisschen umplanen hätte mit etwas mehr Zeit in Australien gelassen und die Geschichte “in die Länge” gezogen. Das Leben ist kein Ponyhof, von daher werde ich mich damit abfinden, schon bald wieder in Deutschland zu landen. Aber immer mit der Ruhe. Noch sind es vier Wochen – ziemlich genau – und die werde ich nochmal geniessen. Jetzt wird erstmal der Thailand-Reiseführer gewältzt. Und wenn alles glatt läuft, treffe ich zum Abendessen Timo und morgen im laufe des Tages Lena. Und vielleicht geht´s dann mit einem/beiden auf Thailand-Tour.

In diesem Sinne: Grüße aus dem Flieger, derzeit bei -44 Grad in  10.223 Meter Höhe über Surabaya.

Cairns, Bday und bis 1770!

G’Day Mate – wie man in Australien sagt.

Ich sitze gerade mal wieder im Greyhound und fahre von Airlie Beach nach Rockhampton. Das dauert so etwa 7 Stunden, dementsprechend werde ich wohl den größten Teil meines Tages mit aus-dem-Fenster-gucken verbringen. Habs allerdings gestern schon gesagt: Ich werde dieses ganze Busfahren in Deutschland definitiv vermissen. Gechillt mit Klimaanlage durch die Gegend fahren lassen, was vom Land sehen und ne Runde schlafen, babbeln, lesen – je nach dem, wonach einem gerade ist.

Soo.. Ich muss jetzt schon wieder über gut zwei Wochen berichten. Dass die Zeit so fliegt ist mir total unverständlich! Bin doch gerade erst in Australien angekommen und jetzt ist mein Aufenthalt hier schon wieder zur Hälfte rum. Hab endlich meinen Flug umgebucht und warte jetzt noch auf die Bestätigung. Aber generell mal zur Info: Ende Mai/Anfang Juni hat Deutschland mich wieder! Und danach geht´s direkt weiter mti einem tollen Sommer in Deutschland und Master-Studium ab Herbst ;)

Also. Ich fang mal vorne an.

CAIRNS.

Nachdem mein Flieger mich erfolgreich nach Cairns geflogen hat, hatte ich direkt das Gefühl wieder auf den Fijis zu sein: Abends um 10 etwa 28 Grad und schwül. Ich war froh, dass ich einen Shuttle-Bus hatte, der mich zum Hostel gebracht hat und ich nicht bei dem Wetter laufen musste. Erste Schwierigkeit in Australien war aber direkt die Sprache. Das Aussie-Englisch ist dann doch eher ein Bapp an Wortmatsch anstatt das, was man sonst so spricht. Aber auch das kriegt man schnell hin.

Mein Hostel – Cairns Beach House – liegt etwa 15 Minuten vom Flughafen mit dem Auto und 15 Minuten vom Stadtzentrum zu Fuss recht idyllisch mitten in Cairns. Ein großer Pool, eine schöne Aussenfläche und Klimaanlage setzen den Standard schon recht hoch. Und wenn man dann wie ich auch noch das Glück hat, über die gesamte Dauer in einem 8-Bett-Zimmer allein zu sein, kann man sich schnell zu Hause fühlen. Einziger Kritikpunkt: Die Küche war leer. Jeder Topf, jeder Löffel.. Einfach alles.. musste von der Rezeption gegen Deposit ausgeliehen werden. Das hat ziemlich genervt und so habe ich mich die paar Tage vor allem von Pizza-Hut ($5) Pizza oder China-Nudeln ernährt. Nicht lecker, nicht gesund.. aber günstig!

Die Tage in Cairns habe ich damit verbracht, am Pool zu liegen, einige Runden zu schwimmen, die Stadt angucken und einen Ausflug nach Kuranda zu machen.

Das Stadtzentrum von Cairns bietet vielfältige Shopping und Erlebnismöglichkeiten, da neben vielen Backpackern auch Australier gerne zum Urlaub machen hierher kommen. Es ist verboten, im Meer zu schwimmen weil sowohl Salzwasserkrokodile als auch giftige Quallen sich über Besuch freuen würden. Trotzdem lädt die Strandpromenade von Cairns zum geselligen Beisammensein ein: Eine künstlich angelegte Pool-Lagune, unzählige Sitzgelegenheiten und BBQ-Plätze ziehen Besucher gerade in den Abendstunden magisch an. Hier habe ich die eine oder andere Stunde verbracht, gelesen, den Menschen zugeschaut und das Leben genossen.

KURANDA

Einen Tag erkundete ich die Regenwald-Stadt Kuranda. Offiziell kommt man zwar auch mit dem Auto dorthin, allerdings gibt es die Möglichkeit sowohl mit einer historischen Eisenbahn als auch mit einer 30-Minütigen Gondelfahrt über den Regenwald dorthin zu kommen. Ich wollte beides machen und habe mich daher entschlossen, für den Hinweg die Gondel und für den Rückweg die KSR – Kuranda Scenic Railway – zu nehmen.

Die Gondel-Fahrt ist ein Erlebnis, wie ich es noch nie hatte: Lautlos gleitet man über unberührten Regenwald hinweg. Sogar die Masten der Seilbahn wurden per Helikopter in den Regenwald geflogen, um diesen nicht zu beschädigen. Zwei Zwischenstopps zeigten eindrucksvoll, wie dicht und gleichzeitig wie vielfältig der Regenwald hier ist. Zudem ist es echter, tropischer Regenwald. Schwül-warm mit typischen Regenwald-Geräuschen, wie man sie aus dem Fernsehn kennt. War cool!

In Kuranda angekommen, war ich etwas enttäscht. Selber schuld. Wer erwartet denn auch von einem Touri-Kaff, was anderes als Abzocke-Shops vorzufinden. Ich begnügte mich mit meinem Apfel und Banane und mixte mit im Mund Obstsalat, was zwei kleine Kinder sehr interessant fanden und das mit ihren Keksen und Trinken nachmachen mussten.. Bis ich das kapiert habe, war die Pampe aber schon überall auf derer Hosen und Mama war alles andere als begeisstert. Ich musste lachen!

Zwei weitere Stunden waren noch übrig und wurden von mir dazu genutzt, zwei der vielen Wanderwege zu bestaunen. Beide waren aber enttäuschend kurz. Einige Postkarten und Notizen später machte ich mich daher auf den Weg zum Bahnhof, wo die KSR schon wartete.

Die Rückfahrt war ganz cool. Habe mir zwar etwas mehr davon versprochen, aber dennoch sehenswert: Tolle Ausblicke durch die Täler um Cairns, ein paar Tunnels und eine echte, alte Eisenbahn. Allerdings Diesel-Loks, wie sie seit einigen Jahrzehnten verwendet werden anstatt Dampfloks.

Ich stand auf einer der Aussenplattformen und hab Wasserfallspritzer, Zugwind und Ausblick ohne Fensterglas genossen.

MISSION BEACH

Auf meiner gesamten Reise rangiert das “absolute Backpackers” definitiv unter den ersten Plätzen! Freundliche Rezeption, die alle Namen kennt, große Küche, saubere Zimmer und Badezimmer, ein cooler Pool und eine sehr chillige Atmosphäre durch überall installierte Chillout-Musik verhalfen dem Hostel zu dieser Position.

Einen der beiden Tage, die ich dort verbrachte, nutze ich für einen ausgiebigen Strandspaziergang. Unendlich weit kann man laufen, ohne dass sich irgendwas ändert. Das macht den Kopf frei und entspannt unglaublich. Den anderen Tag verbrachte ich am Pool, hab mal wieder ein Buch durchgelesen und mich über manch andere Menschen amüsiert. (Wie kann man nur mit 18 behaupten, zu wissen, wie das Leben läuft.. Da waren Statements dabei, da musste ich lachen!! Nunja, nichts neues).

Abends gabs mit Timo (DE), den ich dort kennenlernte, Wraps, die mal eine angenehme Abwechslung zu Nudeln und Reis darstellten.

AIRLIE BEACH

Wer Cairns kennt, wird von Airlie Beach nicht sonderlich überrascht sein: Schwimmen im Meer verboten, eine große, schön angelegte, künstliche Lagune, ein Segelhafen und eine Hauptstrasse voller Party-Club-Kneipen-Kombinationen.

Mein Hostel, das BASE, war definitiv eine gute Wahl – sauber, chillig, 20 Meter Pool und Klimaanlage.

Bemerkenswert war ansonsten nur die Dichte der Bars und die Masse an betrunkenen Australiern, die hier rumgefallen sind. Naya, auch das musste zwischendurch mal sein. Mit Isabelle, die ich im Bus kennengelernt habe, probierte ich an einem der Abende direkt auch eine der Bars aus – und befanden den GinTonic für gut. Wiedermal stellten wir fest, dass Franzosen zwar ganz lustig sein können, aber dann kein Englisch sprechen. Und Skandinavier einfach zuviel trinken können.

DIE WHITSUNDAYS: GEBURTSTAGS-SEGELTOUR

Wohouh! WAS EIN Bday! Ich hatte ja eigentlich wenig Lust darauf, so ohne Freunde und Familie Geburtstag zu feiern. Das war auch der Grund, warum ich über meinen Bday (im nachhinein: DANKE Mama & Papa für die Finanzierung als Bdaygeschenk) eine 3-Day-2-Night-Cruise zu den Whitsundays gebucht hatte.

Um 13.00 Uhr versammelte sich eine Meute aus 24 Mädels und 6 Kerlen am südlichen Sammelpunkt der “Airlie Marina”. Nach einem kurzen Briefing (JETZT Alkohol und Getränke kaufen – aufm Boot wirds schwierig, einen Getränkeshop zu finden. Unwohlsein wird MIT dem Wind am hinteren Ende des Schiffs herausgelassen. ALLE Seile haben einen Sinn, also FINGER WEG – sonst FINGER AB.) gings auf unser schönes Schiffchen: Die Condor. Eine beeindruckende Hochsee-Segelyacht, die für einige der großen Segelrennen gebaut wurde. Diesen Zweck erfüllte sie auch: das “Sydney to Hobard race”, Fastnet, Bermuda Cup und die Antigua Race Week entschied sie für sich. Der Rumpf ist aus Carbon und Microfaser, also dem Material, aus dem auch die Schusswesten der Polizei sind. Das macht das Schiff mit knapp 50 Tonnen zwar enorm schwer, aber auch extrem robust: Anstatt wie die Titanic (übrigens: Wenn die auch in 3D den Eisberg nicht sehen, geschieht´s ihnen Recht, dass sie sinken..) zu sinken, nachdem ein Eisberg gerammt wurde,  musste der Felsen klein beigeben und war danach wohl einige Zentimeter kürzer.

Wir nahmen anschliessend direkt Kurs auf den “Blue Pearl Bay”, in dem die Möglichkeit zum Schnorcheln und Tauchen gegeben war. Ich entschied mich fürs Schnorcheln und sah unter anderem den “König” – einen etwa 1,30 Meter langen Fisch, der mit seinen zwei Mädels in der Region wohl das sagen hat.

Nach einer weiteren kurzen Segeltour ankerten wir für die Nacht in einer Bucht, in der auch andere Segeltouren die Nacht verbrachten. Nach einem leckeren Abendessen wurde der Abend mit einigen Spielen, Geschichten und wiederlichem Goon-Wein eingeleitet. Mein Bday war dann das Highlight, wobei das schon nichtmehr alle anwesenden Gäste mitbekommen haben.

Die Nacht war angenehm warm und durch mein Bett in der Küche hatte ich die Möglichkeit, den Mond und die Wolken ziehen zu sehen. Überrascht wurden aber sowohl wir Küchenschläfer als auch die Crew, die nebenan nächtigte, von einem Regenschauer gegen 02.00 Uhr. Platsch – mitten ins Gesicht. DAS macht wach :-D Die Crew-Jungs haben aber dann recht schnell die Luke zugschoben, wodurch dem weiteren Schönheitsschlaf nichts im Wege stand.

Am nächsten Morgen (Birthdaymorgen!!) gabs um 07.00 Uhr Frühstück und anschliessend konnte noch eine Runde in einer Bucht geschnorchelt werden. Das habe ich nicht mitgenommen und es mit mit Lissi (Österreich) auf dem Deck mit einem Kaffee gemütlich gemacht.

Anschliessend nahmen wir Kurs auf den Whiteheaven Beach: einen der weltweit TOP3 Stände. Eigentlich habe ich nichts großartiges erwartet, nachdem ich Fiji, Neuseeland und schon einiges von Australien gesehen habe, aber auf so eine Naturschönheit war ich nicht vorbereitet: Kilometerlang reinweisse Stände mit krass türkiesblauem Wasser, tiefgrüne Wälder auf den Inseln herum und angenehme 28 Grad! WOW! Beeindruckendes Naturschauspiel! Hier hatten wir nach einem Stop an einem der Aussichtspunkte Gelegenheit, etwas Schlaf nachzuholen und das himmelblaue Wasser – natürlich mit Wetsuits – auszutesten. Wetsuites sind hier notwendig, da es hier nette kleine Quallen gibt, die ohne Behandlung recht schnell tödlich enden können. Das doofe an den Tierchen ist, dass sie nahezu unsichtbar sind. (Anweisung war: Wenn ihr eine Qualle SEHT, ist alles okay. Dann keine Panik. Wenn ihr sie nicht seht, dann könnt ihr Panik bekommen! – Danke, Simon & Will!)

Gegen halb 4 sammelte uns das Beiboot “little Condor” wieder ein und brachte uns zurück aufs Schiff. Ohne Umwege steuerten wir auf das Nara Inlet zu, das der Ankerplatz für die zweite Nacht auf dem Schiff werden sollte. Leckere Steaks, Salate und – wieder Goon – stellten ein durchaus akzeptables Geburtstagsessen dar. Etwas ruhiger als den Abend zuvor wurde dann der Abend ausklingen lassen.

Am nächsten Morgen beschäftigte sich nach dem Frühstück dann jeder schon mit dem Aufräumen und Sachen zusammenpacken, denn die Tour nährte sich ihrem Ende. Um 11.30 legte die Condor in Airlie Beach an und brachte uns alle heil und sicher wieder zurück.

Abends traf sich die gesammte Mannschaft (also Crew & wir) in der Base-Bar (praktisch für mich!), um die Erlebnisse noch einmal revue passieren zu lassen.

Bevors in die Base-Bar ging, beantwortete ich meine Geburtstagswünsche aus der ganzen Welt und war echt bewegt, wieviele Menschen an mich gedacht haben. DANKE DAFÜR!

Tjoa. Der letzte Tag in Airlie Beach begann mit der Unsicherheit, wo ich denn die Nacht verbringen würde: Das Base war angeblich ausgebucht und ich hatte nicht daran gedacht (no worries – will be fine!) vor der Segeltour mehr als eine Übernachtung zu buchen. Als ich dann pünktlich kurz vor 11 zum auschecken die BASE-Rezeption aufsuchte, waren aber zwei der knapp 200 Betten doch wieder frei – und ich konnte wieder ins gleiche Zimmer einziehen.

Abends gings mit Lissi, nem Kanadier und einigen anderen lustigen Leuten noch ein Bier trinken und früh ins Bett: War zu wenig Schlaf die letzten Tage.

Den 12. April verbachte ich im Bus, der mir – obwohl ich Busfahren liebe und es definitiv vermissen werde – so langsam Rückenschmerzen bereitet. Um 11.00 Uhr gings los, um 19.00 Uhr war ich in Rockhampton. Dort habe ich lustigerweiße Isabelle wieder getroffen, die aber nur noch zwei Stunden dort war, da sie mit dem Bus wieder die Küste hoch fuhr.

AUF NACH ROCKHAMPTON

Rockhampton war irgendwie unspektakulär. Das Hostel war so ziemlich eines der miesesten, in denen ich auf meiner gesamten Reise gewesen bin. Naya, mal wieder ein YHA, weil es sein musste. Was anderes gab es in der City nicht.

Den einen Tag, den ich dort hatte, verbrachte ich mit Stadt angucken: Zu sehen gab´s ein paar zeitgenössische Gebäude, ein Tram-Museum und Australischen Lebensstil. Das war´s aber auch schon so zimelich. 80.000 Einwohner, viel Verkehr, dreckig. Rockhampton, liebevoll Rocky genannt.

Samtag Morgen, 14.4., rollte der Greyhound um 06.45 aus dem Terminal. Das bedeutete, um 05.30 aufstehen, was durch wenig Schlaf nochmal schlimmer wurde. Die drei Stunden Busfahrt nutzte ich, um mir die Landschaft anzugucken und ein paar TOEFL-Vokabeln zu pauken. Muss sein, man kann ja nicht nur nix tun!

1770

Jetzt bin ich bis Montag in “the Town of 1770″ oder “Agens Water” und geniesse hier das “Cool Banana” Hostel. Das ist echt nett. Ein riesigen Wohnzimmer mit vielen Sofas, eine sehr nette aber leicht verpeilte Rezeptions-Lady, große Küche und viele Surfer. Die gehen allerdings alle surfen (haha) und daher ist es tagsüber eher ruhig. Lädt dazu ein, a) auch zu surfen oder b) den Surfern beim vom Brett fallen zuzugucken. Heute habe ich mich für B entschieden, mal sehen wozu mir morgen die Laune steht!

Mh. Da fällt mir ein.. Ich muss noch meinen Greyhound für Montag buchen. Aber: no worries, wird schon irgendwie =)

Ich geh jetzt mal joggen. Euch einen schönen Tag!

Byebye Neuseeland, DANKE für ALLES! =)

Die letzte Neuseelandetappe ist für mich eines der Highlights meines Aufenthalts hier.

500 Delfine gesehen, in 9000ft Höhe aus einem Flugzeug gesprungen, von vielen neuen, guten Freunden verabschiedet und ein Erdbeben der Stärke 3,8 miterlebt.

Aber auch hier: Der Reihe nach.
CHRISTCHURCH

Nachdem wir also um 10 angekommen sind und eingecheckt haben, bin ich erstmal auf die Suche nach einem Augenarzt gegangen, da mein Auge dauernd wieder rot wurde – Bindehautentzündung. Ein kurzer Blick auf Google Maps reichte, um festzustellen dass ein Augenarzt direkt im die Ecke des Hostels sein soll. Also garnicht lange angerufen sondern direkt hinmarschiert – da sieht man dann ja auch ein bisschen was von der Stadt.

Das Bild, das sich in Christchurch bietet, ist im ersten Moment schockierend. Sobald man in die Nähe des Zentrums kommt, sind über die Hälfte der Häuser abgesperrt, geräumt, halb eingestürzt oder schon durch die Abrissbirne halb abgerissen.

Angekommen beim Augenarzt, musste ich feststellen, dass auch das Gebäude in dem sich die Praxis befunden hat, gesperrt ist. Von einem Augenarzt also weit und breit keine  Spur. Schockiert von soviel Naturgewalt gings anschliessend erstmal zum provisorischen I-Site am Botanischen Garten, um dort nach einem Arzt zu fragen. Die konnten mir dann auch kompetent weiterhelfen.

Der Arzt machte kurzen Prozess: Jap, wiederaufgeflammte Bindehautentzündung, Creme rein und gut is. Nächste Aufgabe war dann, die Creme zu organisieren – was mir gleichzeitig das Vergnügen bereitete, ein neuseeländisches Krankenhaus von innen zu betrachten. Plakate mit “entweder Du wirst durch einen Arzt behandelt oder durch die Polizei – also benimm Dich!” haben mir wiedermal gezeigt, dass unsere Gesellschaft in Deutschland irgendwie anders ist als hier. Jedenfalls habe ich noch keine Polizisten in deutschen Krankenhäusern gesehen.

Nach dem Besuch der Apotheke gings einmal kurz durch den botanischen Garten, den ich mir gerne länger angeschaut hätte. Mein Auge wollte aber keine Sonne und so hab ich mich schnell wieder in den Schatten verzogen. Den Nachmittag verbrachten wir im Hostel, da dieses mit Einzelbetten, absoluter Ruhe und hohen Decken eine sehr angenehme Atmosphäre bereithielt.

Den 21. März nutzten wir dazu, das Stadtzentrum ein bisschen genauer in Augenschein zu nehmen. Um präzise zu sein, konnte man das Stadtzentrum direkt garnicht anschauen, sondern nur die Absperrungen ringsherum. Es war schon heftig zu sehen, dass auf der einen Seite einer Einkaufsstrasse, die sich mit der Zeil vergleichen lässt, die Geschäfte ganz normal geöffnet sind und auf der anderen Seite Aufkleber mit “betreten Verboten, Lebensgefahr” die Schaufenster zieren.

Trotz der ganzen Zerstörung spürt und sieht man in Christchurch die Gemeinschaft, den Kampfgeist und die Chance, die die Einwohner in dieser Kathastrophe sehen: Überall wird gebaut, die Shops aus dem Citycenter wurden kurzerhand in die “Containercity” umgezogen und bis 2014 soll ein neues, funktionales und attraktives Stadtzentrum fertiggestellt sein.

Die Containercity sind ganz normale Frachtcontainer, die gestapelt, angemalt und mit Fenstern versehen worden sind und nun ein kompaktes, schmuckes Stadt-Einkaufszentrum darstellen.

Mehr über die Zukunftsplanung des Citycenters haben wir anschliessend im Canterbury-Museum erfahren.  Dieses Museum enthält derzeit Ausstellungen über die Maori-Kultur, Vergangenheit von Neuseeland, einer Ausstellung über die Erdbeben (bis heute waren es ca 10.000 Nachbeben) und eine Ausstellung über die Antarktis.

Alles in allem war es mal wieder nett, Maori-Kultur abzubekommen -wer jedoch schon in anderen Museen war lernt nichtmehr viel Neues.

Spannend und gleichzeitig schockierend war die Erdbeben-Ausstellung. Hier konnte man Videos der großen Erdbeben sehen, Berichte der Menschen, Bilder der vereinten Rettungsaktionen und die Pläne, wie die Stadt ab 2014 aussehen möchte. Ein neues, funktionales Stadtzentrum mit Grünflächen, optimierten Rettungs- und Lieferwegen, Gewerbeflächen und Wohnflächen soll Christchurch wieder so attraktiv machen wie es vor der Kathastrophe war. Ich glaube, das ist eine tolle Chance, das Stadtzentrum unter einmal auf die Zukunft auszurichten. Schade ist allerdings, dass die vielen im gotischen Stil gebauten Gebäude wie die Christchurch Cathedral, das Arts Center und viele weitere unwiederbringlich bleiben. Schuld daran sind vorallem die Nachbeben, die auf das große Beben am 4. September 2010 folgten. Auch wenn das bei uns in den Nachrichten nur noch eine kleine Meldung ist, war das letzte große Beben (5,1) erst im Februar, also vor ein paar Wochen.

Auch hier hilft das neue Konzept durch tiefgehende Anti-Erdbeben-Elemente beim Neubau des Centers. Übrigens kommt der Name “Christchurch – a garden city” ebenfalls durch den über 1,5 Billionen Euro teuren Neubau des Stadtzentrums zustande.

Ich will definitiv nach 2014 noch einmal wiederkommen, um zu erleben, wie sich die Stadt verändert hat und welchen Flair sie dann haben wird.

Die Mägen wurden bei McDonalds gefüllt, der uns auf dem Weg zum Supermarkt auflauerte.

Früh morgens um 6.00 Uhr gings in strömendem Regen mit dem Backpack und einem lustigen Koreaner im Schlepptau durch das morgendliche Christchurch zur nakedbus-Haltestelle. Ein ziemlich heruntergekommender Bus mit einem erkälteten Busfahrer brachte uns trotzdem sicher nach Kaikoura, einem kleinen Ort etwa 180 Kilometer nördlich von Christchurch.

KAIKOURA

Die Stadt ist klein. Vorallem wenn man aus einer Großstadt (ich wollte gerade “Millionenstadt” schreiben – wobei das bei 380.000 Einwohnern nicht den Tatsachen entspricht) wie Christchurch kommt.

Mit dem Hosteleigenen Pickup fuhr ich zum Hostel, der Duskylodge und verbrachte den Morgen damit, mich im Hostel zu verlaufen und auf den Rest – Esther, Sarah und Jan zu warten die im Laufe des Tages auftauchen sollten.

Die Dusky Lodge zählt definitiv zu einem der cooleren Hostels in Neuseeland: Viel Platz für alle, Pool und Whirlpool, Doppelzimmer für die, die wollen, Sky-TV und saubere Badezimmer mit heissem Wasser. Viel wert! Zudem ist das Hostel groß, was unterschiedlich bewertet wird. Ich finde es ein Vorteil, mal seine Ruhe zu haben – und damit meine ich wirklich Ruhe. Kein TV, keine lärmenden Menschen, einfach in Ruhe Buch auf dem Sofa lesen und kein Grundrauschen zu haben. Da mein Auge immernoch ziemlich angegriffen war, habe ich vom Sofa auch mehr gebrauch gemacht als von der großzügig angelegten Sonnenterasse und der Poolarea. UV-Strahlen in den Augen und so.

Gegen Mittag kam Sarah, gegen Abend Jan und so wurde der Abend erstmal mit dem Austausch von Neuigkeiten verbracht.

Den Tag darauf gings ins “Stadtzentrum” – an der I-Site Informationen über die touristischen Möglichkeiten einholen und eine Runde gucken, was die Touri-Shops hergeben. Nach zwei Stunden schlendern gings bei wolkenloser Sonne und einem leisen Lüftchen wieder zurück in die Lodge.

Ein Highlight für mich war definitiv der nächste Tag. Delfine kennt jeder aus TV und Filmen – aber dass sie wirklich so verspielt und aufgeweckt sind, habe ich nicht glauben wollen. Kaikoura bietet die Möglichkeit, wilde Delfine anzugucken und auf Wunsch sogar mit ihnen zu schwimmen. Ich habe mich dazu entschlossen, das Spektakel vom Boot aus anzuschauen.

Überpünktlich und mal wieder – neuseeländische Mentalität – viel zu früh waren wir beim “Dolphin Encounter”. Nach einer kurzen Einführung und einem Do´s und Dont´s – Film transportierte uns ein Bus zum nahegelegenen Hafen, von wo aus wir mit dem Schiff weiterfuhren.

Nach nur 15 Minuten sahen wir die ersten Delfine: Etwa 150 Tiere schwammen an der Oberfläche, sprangen teilweiße durch die Luft, machten Salto und Rückwärtssalto und genossen den Tag. Unglaublich toll anzuschauen – dazu ein toller Tag und türkieses Wasser.

Die Delfin-Schwimmer durften nun vom Boot aus ins Wasser und durften die Delfine entertainen. Durch lustige Quiek-Geräusche sollten die Delfine auf die paddelnden Menschen aufmerksam gemacht werden. Das hat auch erstaunlich gut funktioniert, war vom Boot aus aber ein unglaublich lustiger Anblick.

Nach zwei Stunden gings mit dem Boot wieder zurück. Zum Aufwärmen vom Fahrtwind und Schwimmen gabs heisse Schokolade und Cookies – definitiv Prädikat:lecker und dazu einige Details über die Delfine.

Der Captain erzählte mir, dass es selten ist, soviele Delfine auf einmal zu sehen, dass es Dusky-Delfine sind (haha…! Daher kommt der Name der Dusky-Lodge!!) und die sich immer in der Bucht bei Kaikoura treffen. Etwa 4-5 verschiedene Delfin-Gruppen mit je 100-200 Tieren kommen hier her, schwimmen in einem etwa 800 Meter großen Kreis und socialisen. Tolles Schauspiel!

So gegen 16.30 marschierten wir dann ziemlich erschlagen wieder zum Hostel.

Tjaha. Und zwei Tage später wurde es dann für mich nochmal spannend. Lange habe ich es vor mir hergeschoben und schlussendlich doch noch in Neuseeland gebucht – abseits der von allen promoteten Skydive-Angebote hat mir die Landschaft um Kaikoura auf Anhieb am Besten gefallen. Die Tatsache, dass die Skydive-Agentur hier von Holländern betrieben wird und demzufolge eher europäische Standards hat, hat mich in dieser Entscheidung noch bestätigt.

Pünktlich um 08.00 Uhr am 26. März rief ich zum Wetter-Check Sarah von “Skydive Kaikoura” an, die mir das OK gab – und meinen PickUp auf 09.00 Uhr bestätigte.

Wie immer in Neuseeland etwas später wurde ich dann auch eingesammelt und los gings zusammen mit Debby, die ebenfalls zum ersten Mal springen wollte, zum 8 Kilometer südlicheren Flughafen.

Eine Trockenübung zum Absprung und Freifallen später saß ich dann auch schon in einem schicken, roten Skydive-Anzug in einer Cessna Siebenhundertirgendwas und donnerte mit Hank, meinem Instruktor und dem Piloten übers Rollfeld. 20 Minuten später, während denen ich überraschend gechillt die Landschaft von oben betrachtete, hiess es: Anschnallen, Tür auf, Füsse auf die weisse Plattform und RAUS. Eigentlich gabs sowieso kein zurück. Panik hatte ich allerdings lustigerweiße garnicht. Der Kerl wollte heile runterkommen und im Notfall wäre der Fallschirm eh von alleine aufgegangen.

Egal! Trotzdem. Füsse raus und BÄÄÄNG! Fliegen. Fallen. Drehen. Chaos! Bis man realisiert hat, was eigentlich Sache ist, ist die Hälfte schon vorbei. Dann noch ein paar Sekunden durch die Gegend gucken, in die Kamera grinsen und schwupp – geht der Fallschirm auch schon auf. Der anschliessende Fallschirm-Flug ist total gechillt – Natur von oben angucken, Welt geniessen und mit ein paar Achterbahn-Moves dem Flugplatz immer näher kommen. Dann heißt´s: Füsse in die Hand nehmen (also wörtlich: Füsse festhalten!) und schwupp – setzten wir sanft auf dem Gras auf.

Dat wars. Grinsen für den Rest des Tages inklusive.

Wieder im Hostel statte ich mit Jan zusammen dem New World-Supermarkt einen Besuch ab und wir beschlossen währenddessen zusammen Brot zu backen. Schnell die Zutaten zusammengemixt, 2 Stunden Hefe (ja, was tut Hefe? Gähren? Ziehen? Aufgehen?.. Google hilft.. Oder auch nicht.) ziehen lassen und dann ab in den Ofen: mmmh! LECKER! Brot mit Kruste. Zum kauen! Unglaublich gut =) Gabs direkt zum Abendessen dazu.

Tja. Und das war´s dann auch schon mit Kaikoura. Am Abend feierten Esther, Sarah, Jan und ich zusammen mit Tobi (der andere, nicht der eine) noch ein bisschen Abschied – Sarah ging am nächstn Tag nach Nelson, ich nach Christchurch, Jan auf die Nordinsel und Esther blieb noch ein bisschen, bis sie Anfang April wieder nach Deutschland fliegt. Gegen 3 gings dann ins Bett. Und am nächsten Morgen mit ein bisschen arg viel Stress aus dem Bett und aus dem Zimmer raus.

Da mein Bus erst Nachmittags fuhrt, machte ich es mir auf der Sonnenterasse und meinem aktuellen Buch (ich glaube das 20. inzwischen) “das Kolumbus Mysterium” gemütlich. Um vier dann ab in den Bus zurück nach Christchurch. Erwähnenswert war unser Stau im Tunnel, der durch einen viiiiel zu hohen Lastwagen fabriziert wurd, der erst nach einigem Rangieren wieder aus dem Tunnel herauskam.

Um 7.00 war ich dann wieder in Christchurch im Dorset House. Aufgewärmte Nudeln (mit der Sosse vom Vortag als Erinnerung ans letzte gemeinsame Abendessen) und einen Film später lag ich auch schon im Bett. Bis etwa 04.30 Uhr im Morgen: Da hab ich shaky-Christchurch mal live erlebt. Ein Beben der Stärke 3,2 rüttelte ganz ordentlich am Fundament des Hostels. Passiert ist allerdings nichts.

Ja. Und heute morgen (verdammt, ist das schon lange her! Viele Stunden, einmal fliegen, eine Zeitumstellung) verabschiedete ich mich dann emotional mit einem kurzen Spatziergang von Neuseeland. Das Haus neben dem Hostel, was bei unserem letzten Aufenthalt gerade angefangen wurde, abgerissen zu werden stand – trotz anzunehmend täglichen Arbeiten- immernoch zu 2/3, die Bushaltestelle von der ich zum Flughafen fahren wollte war gesperrt und ein weiteres Haus wurde gerade von Abrissfahrzeugen belagert.

Dann gings zum Flughafen. Einchecken, Gepäck weg, ab in Flieger und los nach Australien.

Tja. Und noch nicht final angekommen sitze ich jetzt seit drei Stunden in Sydney und warte auf meinen Anschlussflug nach Cairns. Es ist jetzt in Neuseeland 20.43, in Deutschland 09.43 und hier 18.43. Ich hänge immernoch in Gedanken an Neuseeland, den vielen tollen Erlebnissen dort, den tollen Menschen aus Deutschland und der Welt die mir ans Herz gewachsen sind und gucke mir hier den Sonnenuntergang an. Dazu gibts “Quedate” von Blank&Jones und “Someone like you” von Adele. Wow. Weltreise – was ein Erlebnis! Emotional eine Achterbahnfahrt. Aber das ist auch gut so: Wenn alles Superlativ ist, so wie das die Tourismusindustrie in Neuseeland mit jeder Attraktion macht, wird alles langweilig.

Neuseeland war definitiv bisher die tollste Erfahrung meiner Reise. Ganz anders, als eigentlich erwartet. Ein bisschen teurer als sowieso schon erwartet und definitiv eine Erinnerung, die mich ein Leben lang begleiten wird.

So. Genug der Vergangenheit. Jetzt heisst es nach vorne gucken. In 25 Minuten gehts in den Flieger, ich hab wieder ein vernünftiges Handy (Nummer: 0061 – 424 937 023), mobiles Internet und eine spannende Etappe vor mir. Ich grüße mal die Welt, Grüße alle, die mir wichtig sind und wünsche euch – egal wo ihr gerade rumgeistert einen tollen Tag, Abend, Nacht, Morgen – LEBEN!

Euer,

Ben =)

Dunedin, Queenstown, Mt.Cook und Rangitata

Also. Weiter gehts direkt mit dem nächsten Eintrag.

DUNEDIN.
Eine Studentenstadt, deren studentischen Charakter man ihr auch ansieht.

Gegen Mittag sind wir also mit dem InterCity-Bus planmässig in Dunedin angekommen und haben uns – dank Sarahs Dickkopf – für ein Taxi entschieden, das uns zum Hostel brachte. Das war auch ganz gut so, denn Berge die an SanFrancisco erinnerten hatte keiner von uns Lust, hochzulaufen. Ich hätte es gemacht, da sparen eher an der Tagesordnung ist denn Komfort, aber für 3 Dollar kann man jetzt auch nix sagen.

Unser Hostel hatte eine tolle Lage direkt über der Stadt und vom Zimmerfenster konnte man die Bucht von Dunedin überblicken. Wir kamen passend zum Mittags-BBQ und haben uns das direkt mal schmecken lassen. Leider hätte ich dem Grillmeister am liebsten was erzählt, aber der Deutsche ist ja dann doch zu höflich. Aber wer auf einen Gas-Grill lecker Hühnchen packt (worauf ich mich mit meinem leeren Bauch tierisch gefreut habe!), das mit Tonnen von Öl übergiesst, der braucht sich nicht wundern, wenn Minuten später das gesammte Ding in Flammen steht. Jaha – Öl brennt, wenns heiss wird.
War doof. Das Hühnchen war dadurch aussen schwarz und innen roh. Tolle Kombination, die einige Minutem im Backofen auch nicht wieder korrigieren konnten.

Im Anschluss gings zu Fuss den Berg wieder runter in das City Center und nach einiger Fehlnavigation meinerseits, fanden wir auch das “Octagon”, dass das Zentrum der Stadt darstellt. Dort haben wir uns mit Alex und Esther getroffen und sind mit denen erstmal zu Subway gegangen. Dort ein kleiner Snack und anschliessend gings auf Stadttour. Am riesigen Campus der Uni vorbei hin zu den Botanic Gardens mit Rosengarten einmal quer durch die Stadt. Enttäuscht war ich lediglich von den Kirchen, die von aussen gigantisch aussehen und von innen einfache Räume sind. Irgendwas ist denen hier entgangen.

Dunedin hat übrigens so um die 120.000 Einwohner und gehört somit zu den “Großstädten” Neuseelands. Es erinnert vom Baustil ein bisschen an San Francisco, da auch hier viele Victorianische Gebäude zu finden sind. Ausserdem betitelt sich der Landkreis als “The Eco-Capital of the World”. Ma wieder Superlative. Nunja.

Dunedin hat neben der riesen Uni zwei Sehenswürdigkeiten. Die Catbury-Schokoladenfabrik und die Speights-Brewery. Beides war ein MUSS auf der To-Do Liste und wurde direkt angegangen.

Den Tag darauf begannen wir gemütlich mit einem ausgibigen Frühstück gegen 11.30 Uhr. Um 02.00pm standen wir dann in der nur einige Minuten vom Hostel entfernten Speights-Brewery und bekamen erzählt, wie das mit dem Bierbrauen hier angefangen hat. Viel Blabla über die Geschichte, wer wann warum mit der Bierbrauerei hier angefangen hat. Daraus nur drei kurze Stories:

Irgendwann zu Beginn des 19. Jahrhunderts sollte in Dunedin ein neuer Bürgermeister gewählt werden. Einer der Kerle, die kandidierten, war gleichzeitig zu der Zeit Inhaber der Brauerei und versprach Freibier für alle, wenn er gewählt würde. Wenig verwunderlich, dass er mit überragender Mehrheit gewählt wurde.

Ausserdem hat die Brauerei einen Schornstein, der an der Spitze die Form eines Bierfasses hat. Als es an der Zeit war, einen neuen Schornstein zu bauen, sollte ein Gehilfe des beauftragten Architekten die Pläne zum Direktor der Brauerei bringen. Dieser Gehilfe war von seinem Chef irgendwie genervt und hatte die Pläne verändert – eben um ein Bierfass auf der Schornstein-Spitze. Dem Direktor der Brauerei gefiel die Idee allerdings, und so wurde sie umgesetzt.

Und: Jeder Angestellte der Fabrik durfte sich früher täglich ein kleines Fass Bier abzapfen und mit nach Hause nehmen. Einer der Angestellten hatte sich extra für diesen Zweck ein Bierfass präperiert, die Holzwände ausgedünnt und so täglich etwa die 1,5-fache Menge an Bier abzapfen können… tolle Sache für ihn, doof für die Brauerei ;)

Die Catbury-Fabrik ist eine der ältesten Schoko-Fabriken in Neuseeland und produziert unmengen an Schokolade. Wieviel weiß ich nichtmehr, aber sie brauchen jedenfalls drei Monate um die Schokoladenmenge zu produzieren, die an 6 Tagen Ostern verkauft und gegessen wird. Für´s richtige Beantworten von Fragen gabs gratis-Schokoriegel und überhaupt war eigentlich überall nur lila und Schokolade zu sehen. Mir war das alles auf Dauer ein bisschen zu süß und so hat Sarah ein paar Tage später meine ganzen Sachen bekommen. War aber mal cool zu sehen, wie so Schokolade hergestellt wird, was reinkommt und wie akkurat das abläuft.

Abends haben Sarah und ich noch in “Hogwarz”, dem Hostel von Esther und Alex vorbeigeschaut und mit den beiden gechillt und uns von denen verabschiedet, denn der InterCity für den nächsten Tag war schon wieder gebucht.

Am 17.03 haben wir in Queenstown “St Patricksday” mit Jan zusammen in “der WG” gefeiert. Ein bisschen Vodka und Wein haben zur Stimmung beigetragen, zu viel Party hatten wir aber alle keine Lust – zuviele volltrunkene Menschen in Grün und Orange im Stadtzentrum.

MT.COOK:

Am nächsten Morgen kam der orangene Stray-Bus mit “Seagull”, unserem an diesem Tag leicht übernächtigem Busfahrer geringfügig zu spät. Nach einer halben Stunde Pick-up-Tour durch Queenstown stank der Bus mehr nach Brauerei als es das irgendwo in der Speights-Brewery tat und der “Seagull Express” startete in Richtung Mt.Cook durch.

Auf dem Weg dorthin stoppten wir an Neuseelands größtem Stausee, der zusammen mit einem anderen Stausee in der Gegend für die Hälfte der in Neuseeland produzierten und benötigten Energie sorgt und an der ersten von europäischen Siedlern gebauten Kirche in Neuseeland.

Gegen 14.00 Uhr kamen wir als erste Stray-Gruppe seit der Widereröffnung des Hostels im “Mt.Cook Resort” an. Das ehemalige Hotel musste aufgrund eines Sturms, der die Hälfte des Hauptgebäudes mitgenommen hatte, renoviert werden. Es roch noch ziemlich nach Neubau, war aber darür sehr sauber und mit ensuite Badezimmern in den vierer-Dorms definitv ein angenehmes Hostel.

Eine Stunde später gings mit dem Shuttel durch leichten Niedelregen ins “The Hermitage” Visitors-Center/Hotel, von wo aus der “Glacier Explorer” startete.

Mt.Cook, der bei den Maori “Aoraki” heisst, ist mit um die 3750 Metern der höchste Berg in den südlichen Alpen Neuseelands. Bis 1991 war er noch höher, aber ein Stück der Ostseite ist abgebrochen und hat dem Berg etwa 10 Meter an Höhe geraubt.
Zudem finden sich neben dem “Tasman Gletscher” noch zwei weitere Gletscher an den Hängen des Mt.Cooks.

Der Tasman Gletscher ist der größte Gletscher in Neuseeland und verantwortlich für die heutige Landschaft im “Tasman Valley”. Durch Abschmelzen des Gletschers, der Steine, Sand und Erde mit sich schleift, sackt dieses ganze Material auf den Boden und füllte das “Tasman Valley” damit. Dadurch entstand eine total Ebene Fläche, die von steil aufragenden Bergen umschlossen ist.

Sehr cool ist das Gletscherwasser in Flüssen und Seen, die von den Gletschern in dieser Region ausgehen. Das Gletschereis beinhaltet sogenannten “Glacier Rock Powder”, der im Wasser gelöst selbigen eine milchig-weisse Farbe gibt. Diese Lösung hat die Eigenschaft, dass bis auf Blau alle Farben des Lichtsprektrums absorbiert werden. Das Blau wird reflektiert und gibt Seen und Flüssen zum milchig-weiss noch einen Blauton. Sieht genial aus, wenn man es sich an den Stauseen anschaut, in denen viel der milchigen Substanzen auf den Boden sinken und nur noch die feineren Parikel im Wasser schweben und so ein noch intensiveres Blau enstehen lassen.

Mit dem Glacier Explorer gings dann – mal wieder – per Bus zum Gletscher-Parkplatz. Im Anschluss ging es 20 Minuten zu Fuss zum Gletschersee. Mit Schwimmwesten ausgestattet stiegen wir in ein kleines Boot mit kraftvollem Aussenbord-Motor und petzten erstmal quer über den milchig-weissen und eiskalten Gletschersee. Einige Minuten später erreichten wir das andere Ende, an dem vom Wind getrieben die ersten Sehenswürdigkeiten trieben: Eisberge. Zwar konnten wir nur ca. 10% jedes Eisbergs sehen (.. Der Rest ist unter Wasser..), aber wenn vor einem ein Weiss-hellblau schimmernder Eisblock mit einem Durchmesser von 10 Metern und einer Höhe von 2-3 Metern aus dem Wasser ragt, reichen auch 10%. Genial anzusehen sind die verschiedenen Eis-Arten, die die Eisberge haben. Total klare Eiskristalle, sobald sich durch Sonneneinstrahlung Dreck und Gase freigesetzt haben, tiefdunkle Eisschichten, die durch die Kompression alles Licht bis auf blau absorbieren (liegt übrigens an der kürzesten Wellenlänge), milchiges Eis wie man es aus dem Gefrierfach kennt und eine Mixtur der verschiedenen Arten. Ausserdem Eisberge, die einiges an Steinen und Sand mit sich herumtragen und daher richtig braun-grau-dreckig sind.

Total neu für mich – aber wenn man drüber nachdenkt logisch – ist die Tatsache, dass ein Eisberg immer in Bewegung ist. Durch die Sonneneinstrahlung an der Oberseite und das Gletscherwasser, das die Eisberge umspült unter Wasser verändert sich die Masse des Eisbergs kontinuierlich. Dadurch, dass aber immer 10% des Eisbergs über Wasser sind, muss sich der Eisklotz ständig ausbalancieren. Das sieht man an leicht geneigten Wind-Einschnitten an der Oberseite.

Eisberg-Eis schmeckt übrigens nach garnix. Jeder durfte sich von einem der Eisberge ein Stück abbrechen und es essen. Mjam – tausende Jahre altes Wasser, konserviert im Eis. Super klar als Eiskristall aber wie gesagt – geschmacklos.

Einige Highspeed-Cruise-Minuten um ein paar der Eisgiganten herum steuerten wir direkt auf den Gletscher zu. Allerdings nur bis auf ca. 500 Meter, da jederzeit weitere Eisberge unter Wasser abbrechen könnten und an die Wasseroberfläche schnellen können. Trotzdem ein gigantischer Anblick, wie dieser uralte Gletscher, links und rechts eingeschlossen von Bergen, vor einem in den See endet.

“On Top” war uns noch der Besuch im “Sir Edmund Hillary Alpine Center” gestattet. Das Museum war irgendwie langweilig, aber die Kino-Vorführung “Schwarze Löcher”, die wir angucken durften, war sehenswert.
Nicht, weil der Inhalt neu war – wie schwarze Löcher funktionieren wusste ich schon vorher. Aber ein Kino, das mit fünf Beamern auf eine Halbkugel projeziert wird – DAS war neu. Und es war definitiv gut gemacht. Ich würde zwar sagen, da lässt sich mehr herausholen.. Aber Luft nach oben muss ja immer sein!

Ebenfalls im Ticket-Preis includet war ein Dinner-Gutschein für unser Hostel. Da wir von der Karte frei wählen durften, entschied ich mich für das so ziemlich teuerste Gericht – Steak mit Pommes und Pfeffersosse. Dazu ein unglaublicher Blick über das Tasman Valley machten das Essen echt nobel. War mal wieder gut so zwischendurch ;)

RANGITATA

Schon um 07.00 Uhr am nächsten Morgen fuhr unser Bus weiter in Richtung Rangitata. Ich glaube, wir haben auch hier wieder 2-3 Stops gemacht, um uns irgendwas größtes/erstes/tollstes anzugucken, aber ich hab entweder keine Lust gehabt, für ein Foto auszusteigen oder habs verpennt. Oder vergessen. Wenn alles Superlativ ist, ist alles auch wieder langweilig. Das Leben MUSS eine Achterbahn sein.
Rangitata kann man auch ganz kurz halten, sonst müsste ich mic h aufregen: Das Hostel war eigentlich echt gemütlich, aber VIEL zu klein. Es war NUR unser Bus da, der nichtmal voll besetzt war und es gab im Wohnzimmer, was gleichzeitig Küche war (Esszimmer gabs nicht) nichtmal genug Sitzgelegenheiten für alle. Wer nicht mit zum Raften gegangen war, wurde behandelt wie ein Gast zweiter Klasse, durfte den anderen beim BBQ zugucken, 10 Leute mussten den Film unterbrechen weil 3 Leute “Cotton Eye Joe” zu ihren Rafting-Bildern hören “durften” und die Zimmer waren so groß wie eine Abstellkammer – mit 10 Betten (3x dreistöckige Hochbetten + ein Einzelbett) zum Preis von unglaublichen 25 Dollar.
Zusammen mit Sarah habe ich für 4 Dollar ein Schrott-Fahrrad gemietet und wir sind ca. 5 Kilometer an den Fluss, auf dem die Rafing-Leute sich nassgemacht haben, gefahren. War nicht sehr beeindruckend, aber mal wieder aufm Fahrrad sitzen tat gut.

Youp, und am nächsten Morgen gings nach einem kostenlosen Frühstück mit dem billigsten Billigtoast und der panschigsten Billigmarmelade wieder in den Bus und aufauf nach Christchurch. Dort sind wir früh um 10 angekommen und haben erstmal in einem wunderschönen Hostel eingecheckt.

Queenstown und Milford Sound

Meine Neuseelandreise neigt sich dem Ende, aber auf dem neuesten Stand ist mein Blog nicht. Das wird sich heute mit diesem Artikel ändern.

Mach Dich mal wieder auf einen laaaangen Artikel gefasst. Die Reise beginnt diesmal kurz vor Queenstown, dem Adventure-Capital of the World, geht dann ohne Stray-Bus weiter nach Dunedin an die Ostküste Neuseelands und dann nach einer weiteren Nacht in Queenstown über Rangitata und Mt. Cook nach Christchurch.

Aber fangen wir mal hinten an.

QUEENSTOWN

Queenstown. Adventure-Capital of the world und warscheinlich die Stadt in Neuseeland, in der man am meißten Geld ausgeben kann. Für uns wars garnicht soooo teuer.

Gewohnt habe ich im “Flaming Kiwi Backpackers”, das zusammen mit Esther, Sarah, Tobi und Jan zwischenzeitlich zu unserer WG deklariert wurde. Dazu kam es, da das Hostel eine Keller-Etage hat, von der aus man in einige Zimmer kommt, die alle an eine Wohn/Esszimmer-Küchenkombination angrenzen. Durchs Küchenfenster sieht man einen der Berge, die Queenstown umgeben und wenn die Sonne aufgeht, wird dieser Berg angestrahlt. Unsere WG wurde es, da sich ausser uns kaum jemand in diesem Raum aufhielt und wir es uns dort gemütlich gemacht haben. Anstatt viel Geld für Bungee, Skydive, Hangglide und was es sonst noch alles zu tun gibt auszugeben, haben wir uns Monopoly und Risiko geschnappt und uns mit lecker Kaffee an den Tisch gesetzt und gespielt. Das ging soweit auch gut, bis auf die Tatsache, dass entweder Sarah, Jan oder Tobi bei Monopoly IMMER gewonnen haben. Meißt war es Jan, wenn er mitgespielt hat. Soviel Würfelglück habe ich selten erlebt (haha. Ausser bei mir. Bevor es mich verlassen hat. Grml!!!!! Und immer wenn ich jemanden bei Deals beraten habe, hat derjenige gewonnen. Ich spiel kein Monopoly mehr und werde Berater für Geldanlagen. Vielleicht hab ich da ja auch soviel Glück.)

Bei Risiko musste Tobi leider darunter leiden, dann meine Strategie ein bisschen besser war und die Würfel sich dann doch zu meinen Gunsten entschieden haben. Alles Glücksspiele, auch wenn Strategie draufsteht. Wir hätten gerne noch ne Runde Stratego gespielt, aber das gibts hier irgendwie nirgends im Hostel. Muss ich mit meinem Papa mal wieder spielen – mal sehen, ob ich inzwischen mal eine Chance gegen ihn habe, lach.

Sarah und ich haben für den Sonntag eine Milford-Sound Cruise gebucht gehabt und dementsprechend blieb vom Wochenende nur der Freitag Abend, um nochmal feiern zu gehen und die “Partymetropole Neuseelands” auszuprobieren. Einen Grund dafür hatten wir: Tobi hat sich wieder nach Deutschland verabschiedet, und das musste natürlich gefeiert werden.

Nach ein bisschen pre-Party im Hostel ging es dann in die Worldbar, für die wir uns noch schnell das Passwort von einem anderen Hostel organisierten, um auch auf die “1000 Dollar Freigetränke” bestellen zu können. Keiner hat das Passwort so genau verstanden – die Barkeeper allerdings auch nicht und so hat das ganz gut funktioniert. Jan ist dann schon recht früh wieder zur Tür begleitet worden, ich kam irgendwann nichtmehr rein und hab mir noch kurz eine andere Bar angeguckt und der Rest kam so gegen 5 zurück ins Hostel. War ein lustiger Abend, aber unterschied sich nicht großartig von irgendwelchen Club-Gängen in Deutschland. Von daher – nicht ganz meins.

Irgendwann die Tage waren wir dann zu viert nochmal die Stadt angucken – wobei wir irgendwie mehr im Stadtpark am Wasser geschlafen haben, als uns bewegt haben. Obwohl.. Immerhin einmal um die Halbinsel gelaufen, die Eishalle angeguckt und einen der legendären Fert-Burger gegessen.

Abends waren einige Israelis bei uns im Hostel. Und die haben an dem Tag einen ihrer Feiertage. Wie mir erklärt wurde, kann man diesen Tag am besten so beschreiben: “Und Gott sagt, Du sollst Dich heute betrinken”. Nun, das haben die drei auch gemacht! Übrigens weiß ich seitdem, dass in Israel jeder für 3 Jahre zur Armee muss – egal ob Kerl oder Mädel -, dass man entweder eine Offiziers-Laufbahn oder eine Einheiten-Laufbahn anstreben kann und dass es kein Spass ist, dort in der Army zu sein.

Kulinarisches Highlight dieser Tage war definitv unsere Pfannenkuchen-Bäckerei. Diesmal neutraler Pfannenkuchenteig (was zu größen Diskussionen führte, ob Pfannenkuchen jetzt per Definition süß oder neutral sein sollen) mit lecker Hackfleischsosse, mit Käse, Nutella, Schinken oder Marmelade garniert und mit Zucker bestreut. Ich fands total geil, endlich wieder Pfannenkuchen mit Hackfleischsosse zu essen, Tobi war nach dem Probieren auch begeisstert und Sarah bleibt bei ihren süßen Pfannenkuchen.

Adrenalin-Highlight war der Montag morgen nach der Milford-Sound-Cruise. Damit das hier aber chonologisch in einer Reinfolge bleibt, gehts jetzt erstmal Sonntag morgen mit dem Bus nach Milford Sound.

MILFORD SOUND
Die Tour zu buchen war schon das erste Abenteuer. Queenstown hat im Stadtzentrum etwa 20 verschiedene Tour- und Reiseanbieter sitzen, die natürlich alle (wir sind ja in Neuseeland…) das größte, längste, worlds-famouse in New Zealand, best on the southern hemisphere, must-do-once-in-a-lifetime-experience und was weiß ich noch alles an Angeboten hatten. Die ganzen Dinger zu vergleichen hat einen Wahnsinnig gemacht. Eine deutsche Verbraucherschutz-Stelle hätte hier ihren Abmahnspass. (Anekdote anbei: Auf dem Getränk “L&P” steht auf dem Ettikett “World´s famouse in New Zealand”. Was auch immer das jetzt heissen mag…)

Nachdem wir also gefühlte 100 verschiedene Angebote verglichen haben, entschieden wir uns für eine Busfahrt mit Glassdach, 2 1/2 Stunden Cruise auf dem Milford Sound und anschliessend wieder heim. Ganz so, wie die Asiaten das immer machen. Und – oh Wunder: In ganz Queenstown sieht man nicht überdurchschnittlich viele Asiaten, aber unser Bus bestand aus 90% Asiaten, einem amerikanischen Paar auf Silberhochtzeitsreise, 3-4 anderen Menschen und UNS.

Pünktlich um 7.20 standen wir 10 Minuten früher als der Bus kommen sollte am Sonntag, 11.3.12, am Pickup-Point vor unserem Hostel. Und warteten. Im Regen. Bis 07.45. Dann habe ich mal angerufen. Und mir sagen lassen, dass der Pickup um 08.00 Uhr stattfindet. Toll!

Pünktlich um 08.00 Uhr kam dann der Bus auch. Und wir stiegen schööön nassgeregnet ein.

Im Dauerregen fuhren wir dann über 300 Kilometer zu Milford Sound, machten eine Frühstückspause in Te Anau und stellten fest: Länger muss man in dem Kaff auch nicht bleiben. Am Milford Sound angekommen, gings direkt aufs Schiff, das uns diese wunderschönen Fjord zeigte. Obwohl das Ding Milford”Sound” heisst, was zu Deutsch ein Sund wäre, ist es ein Fjord. Entstanden ist Milford Sound nämlich entstanden, nachdem vor vielen Jahren ein Gletscher dort stand, der nach und nach abgeschmolzen ist, das Tal zurückgelassen hat und dieses vom Meer überspült wurde. Ein Sund entsteht, indem das Meer eine Flussmündung überspült oder das Land an dieser Stelle absinkt. Also: Milford Fjord, auch wenns nicht so heisst.

Und wenn ich gerade dabei bin, mit Wissen um mich zu schmeissen machen wir noch mit ein bisschen Geschichte weiter, bevor die sich wieder aus meinem Kopf verabschiedet. Milford Sound wäre fast von Cptn. Cook entdeckt worden. Der segelte direkt daran vorbei, da er hinter dem versteckten Eingang nichts erwartete. Stattdessen landeten einige Robbenjäger so um die 25 Jahre später an der Küste und gaben dem “Hafen”, an dem sie an Land gingen, den Namen “Milford Heaven”. Das war so ungefähr um 1800, wenn ich mich richtig erinnere.

Danach wurde irgendwann ein Gasthaus errichtet, da der “Milford Track” auch im späten 18. Jahrhundert schon Besuchermagnet wurde.

Die Maori kennen Milford Sound schon viel länger. Sie kennen verschiedene Legenden, was es mit ihm auf sich hat. Eine besagt, dass einer ihrer Götter, den Auftrag bekam, eine Passage ins Landesinnere zu schaffen. Er nahm also seine Axt und schlug auf das Land ein, wodurch die steilen Berge rings um den Fjord entstanden sein sollen. Eine andere Legende besagt, dass ein lichtdurchlässiger Felsen am Eingang eine versteinerte Frau eines Maori-Anführers ist. Als dieser seine Frau so vorfand, vergoss er Tränen, die den Stein lichtdurchlässig machten.

So. Jetzt aber erstmal genug der Fakten. Milford Sound ist einfach eine der absoluten Highlights von Neuseeland. Wenn man mit dem Schiff durchfährt, sind links und rechts steile Hänge, die mit satt-dunkelgrünen Regenwäldern und Pflanzen bewachsen sind. Hunderte von Wasserfällen fliessen aufgrund der häufigen Regenfälle die Berge hinab und stürzen sich direkt in die teefarbene Wasseroberfläche. (Einmal noch Klugscheissen: Die oberen 2-3 Meter des Fjordwassers sind Süßwasser, was leichter ist als das Salzwasser darunter. Dadurch, dass der Fjord so gut geschützt ist, vermischt sich das Wasser nicht. Durch seinen Weg die Abhänge hinunter nimmt das Wasser organische Stoffe vom Waldboden auf, die ihm die Farbe von Tee verleihen.)

Das ganze Ambiente ist schon bei verregnetem Wetter genial anzusehen. Wir hatten aber das unglaubliche Glück, dass gerade an dem Punkt, dass unser Schiff gewendet hat und wieder in den Fjor zurückfuhr, die Wolkendecke aufriss und Sonnenstrahlen auf diese malerische Landschaft fiel. Das war für uns doppeltes Glück: Durch die vorhergehenden Regenfälle führten die Wasserfälle ringsherum  viel Wasser und durch die Sonne bekam die Landschaft nochmal einen ganz anderen Charakter. Von einem verwundschenen, eher einem Fantasy-Film entsprungenen leicht düsteren Regenwald veränderte es sich zu einer Art Feen-Landschaft, das etwas leichtes, in sich ruhendes ausstrahlte.

Auch auf der Rückfahrt blieb uns die Sonne ein Stückweit erhalten und so konnten wir noch einen Regenbogen bewundern, der sich für fünf Minuten vor unserem Bus herbewegte und sich quer über die Strasse spannte.

Genialer Tag! Mit eines der besten Erlebnisse in Neuseeland.

Und gleich am nächsten morgen um 08.00 Uhr gings weiter mit dem nächsten Queenstown-Highlight: Eine Runde Paragliden von der Gondel-Plattform hoch über Queenstown. Wieder hatten wir Glück mit dem Wetter: Beim hochfahren mit der Gondel war es noch kalt und grau und einige Minuten, bevor wir losflogen, verscheuchte die Sonne den Morgennebel und gab uns neben einem wunderbaren Morgen-Blick auf Queenstown auch noch einige extra-Minuten, da die warme Luft nichtmehr von den Wolken dicht über der Stadt gehalten wurde, sondern nach oben aufstiegt und uns mitnahm.

Der einzig schlimme Moment war, als es fertig angeschnallt vom Instructor hiess “Now we walk towards the edge. If I say “okay”, you just RUN.” Soweit kein Thema. Bisschen rennen. Wäre nur die Klippe nicht gewesen, hinter der es 50 Meter in die Tiefe ging. Also “RUN!” und ich bin gerannt. Grins. Aber nur 2-3 Meter, dann hingen meine Beine schon in der Luft und ich saß im Paraglide-Sitz unter einem grünen “made in Bavaria” Parachute und konnte die Landschaft bewundern. Geniale Sache! Nicht so Adrenalinverschleudernt wie Skydiven, aber mit einem unglaublich schönen Ausblick auf die Welt unter einem.

Nach 20 Minuten landeten wir auf dem Schulhof neben unserem Hostel und gingen erstmal frühstücken. War auch nötig – denn nach der ganzen Aufregung kam der Hunger dann doch zurück.

Das wars dann auch in Queenstown. Abends gabs nochmal gemeinsames Essen mit allen zusammen, eine Runde Verabschiedung von Tobi und Jan (der wiedermal einen Track gemacht hat – diesmal auf der Insel südlich Neuseelands, Name vergessen. Respekt, wieviel der Kerl am wandern ist) und ab gings ins Bett.

Am nächsten Morgen hiess es dann – MAL WIEDER – früh aufstehen und mit Esther und Sarah zum Intercity laufen. Der hat uns dann nach Dunedin gebracht.

SO. Und weil das jetzt schon wieder SOVIEL wurde, wird der Eintrag jetzt erstmal gepostet und ich schreib den nächsten jetzt schon und veröffentliche ihn einfach morgen.

Graumund, Gletscherregen und Alpendorf

Soo.. Endlich gehts mal weiter! Gerade eine Runde über Queenstown geschwebt und dazu “U2 – Beautiful Day” gehört und jetzt ein bisschen Zeit zum Blog schreiben. ENDLICH! Ist ja auch schon wieder ne halbe Ewigkeit her, über was ich jetzt schreibe.

Also. Wo waren wir? Ach ja. Mit dem Straybus nach Greymouth.

GREYMOUTH.

Die größte Stadt an Neuseelands Südinsel-Westküste – was heisst, dass mit 13.000 Einwohnern etwa soviele Menschen dort leben wir in Wehrheim. Und das auch noch etwa die Hälfte der Einwohner an der Westküste ausmacht. Nunja. Der Name kommt daher, weil in dem Tal Kohle gefunden wurde und es daher “Grey Valley” genannt wurde. Und da Greymouth direkt an der Flussmündung des “Grey Rivers” liegt, ergibt sich der Name so ein bisschen von selbst: Der Ort, an dem der Greyriver aus dem Greyvalley in den Greysea.. Äh.. Stopp.. In den “Tasman sea” fliesst.

However. Genug der Historie. Es ist wirklich grau in Greymouth. Und dazu langweiig. Eigentlich hatten wir wie einige andere Strayner ein bisschen länger zu verweilen, um uns von den Strapazen der stressigen Tage im Abel Tasman Nationalpark (lach – 2x früh Aufstehen.. Man sind wir verwöhnt!) zu erholen.

Schon bei der Ankunft stellten wir allerdings fest, dass Greymouth ziemlich ausgestorben ist, unser Hostel farblich knallig in rosa, lila, knallgrün und orange gehalten, eher in die 70er gepasst hätte als es hierher passt und generell eher eine Herberge für eine Nacht als für einen Kurzurlaub ist. Kurzum: Wir sind nach einer Nacht wieder mit Stray abgereise.

Dennoch war es ganz lustig. Wir haben den Abend mit einem gemeinsamen Abendessen begonnen, das Bar, Israeli, für uns gekocht hat. Prinzipiell mal lecker – allerdings keine Delikatesse. Spagetti mit Karotten-Tomatensosse und baked-Bean-Bolognese. Interessante Kombination, doch.

Danach wurde – wie nahezu jeden Abend im Hostel – dafür gesorgt, dass die Putzleute was zu tun bekommen: Jeder bekam eine Mülltüte, Größe: Groß, Farbe:Schwarz und sollte daraus ein möglichst orginelles Kostüm basteln. Bei den Mädels endete das überwiegend in schwarzglänzenden Kleidern in verschiedenen “Schnitten”, bei den Kerlen entweder im Overall, Design “Sack”, oder in total kreativen Dingen wie Anzügen. Herauszuheben ist Bar, der sich eine Lederhosn schnipselte und dazu passend Wanderstiefel und ein Baumfäller-Hemd anzog und so ein anderer Kerl, dessen Name ich schon wieder nicht weiß, der sich einen echt coolen Komplettanzug inkl. passender Krawatte, Brusttasche und Einstecktuch kreierte.

Fertig verkleidet ging es in die Hostelbar, in der teures Bier und komische Cocktails ausgeschenkt wurden. Nach einer Runde Bingo, diversen Trinkspielen, missbrauch von permanent-Markern und sonstigen Merkwürdigkeiten wurden wir pünktlich um 12 aus der Bar geschmissen. Schicht im Schacht. Verkleidet und feucht-fröhlich zogen wir anschliessend durch die Strassen Greymouths, konnten ein tolles Schild (<- Ladies Restroom <- Men´s Toilet) begutachten und landeten auf der Hauptstrasse. Während unserer Tour begegneten uns bis hierhin genau Null Autos und Zwei Passanten. Großartig! Auf der Hauptstrasse dancend hielt ein Kleinbus an und zwei junge Kerle wurden erstmal direkt in Beschlag genommen, ob sie wüssten, wo denn hier die Party zu finden sei. Etwas verlegen erklärten sie, dass es um diese Tageszeit keine Party mehr in der City gäbe. Stattdessen wurde das Autoradio aufgedreht und passend dazu Limbo unterm Besenstil in schwarzen Müllsäcken mitten auf der Hauptstrasse gespielt. Gewonnen hat Alma, Holländerin, die erst bei ca. 65 cm Stockhöhe umfiel.

Im Anschluss an diese Streetparadeparty gings zurück ins Hostel. Weitere Niederlage im Bezug “Partysuche” wollten wir uns nicht einhandeln. Wobei der Abend trotzdem durchaus sehr, sehr lustig war.

Am nächsten Morgen hatten wir dann bis 13.00 Uhr Zeit uns ausgiebig den Gemeinschaftsraum des Hostels anzugucken. Warum der blöde Bus erst um die Zeit fährt, weiß der Geier.

FRANZ JOSEF


Weiter gings dann nach “Franz Josef”, einem Touri-Kaff das gleichnamig mit dem danebenliegenden Gletscher heisst. Angekommen gegen 19.00 Uhr blieb nichtmehr viel zu tun, als zu kochen und danach gemütlich beisammen sitzen, den Hosteleigenen Hotpool besichtigen und früh schlafen gehen.

Der nächste Tag konnte genutzt werden, um den Gletscher zu besteigen. Leider war es ziemlich nasskalt und am Dauerregnen, weswegen wir uns dieses “life-time-experience and def. must-do at ONLY this location” entgehen lassen. Naya, machen wir halt mal in Europa (Alpen.. Jaha, liebe Neuseeländer.. da geht das auch!!) eine Gletscherwanderung.
Also. Unsere Alternative bestand in der Besichtigung des “Kiwi Wildlife Centers”, in dem wir echte Kiwis angucken konnten und dem zugehörigen Gletscher-Inforcenter. War ganz nett, allerdings seine 23 Dollar nicht ganz wert. Die aufgestellten Sofas wurden allerdings von Eric, Sarah, Kerstin und mir durchaus zum chillen genutzt.

Im Anschluss gings zurück zum Hostel und direkt in den Hotpool. Die Menschen, die den halbtages-Hike gemacht haben, kamen durchnässt und nur bedingt begeisstert wieder ins Hostel und waren über den Hotpool ganz froh.

Den Abend haben wir mit Film gucken und chillen verbracht, da der Straybus am nächsten Morgen um 07.30 Uhr wieder auf die Strasse rollte.

Der nächste Stop, den wir uns aussuchten, war Wanaka. Die City erinnert ein bisschen an ein Alpendorf, da es direkt am “Lake Wanaka” liegt und von Bergen, unter Anderem dem Mount Iron, umgeben ist.

WANAKA

Im Hostel, dem “Mountain View Backpackers”, kam Jan zwei Tage später ebenfalls an und blieb nahezu gleichlang. Das Hostel ist extrem gemütlich mit großer Küche und einem sehr gepflegten Garten. Direkt nach der Ankunft gings Einkaufen und anschliessend – mjammjam – Pfannekuchen. Sehr lecker, in der Sonne gegessen und dann den Abend verchillt.

Am folgenden Tag, dem 2. März, wurde die Puzzleworld als Tagesziel auserkoren. Nach einem Spaziergang von etwa 3 Kilometern gabs fürs Gehirn verwirrende Dinge zu bestaunen. In einem Raum konnte man live erleben, wie die optische Täuschung der Größenverhältnisse bei Herr der Ringe zustande kommt. Ausserdem gabs einen Raum, der 15° Schieflage hat und in dem Wasser aufwärts fliesst, Kugeln in die falsche Richtung rollen und irgendwie alles, was schief ist, gerade vorkommt. Das Schlimmste war, dass einem das “normale” auch irgendwie falsch vorkam.
Krönender Abschluss war das Labyrinth im Garten. Das kam einem garnicht so schwierig vor, hatte es aber in sich: Aufgrund einiger Brücken führten Wege, die eigentlich in die richtige Richtung führen, plötzlich in das ganz falsche Ende des Labyrints. Lustig war, dass an allen vier Ecken des Geländes Türme stehen, die man finden muss. Auf die kann man hochkletten und dann von oben die Menschen rumwuseln sehen.

Am nächsten Tag erkundeten wir das Stadtzentrum, einige Souvenierläden, die Waterfront mit einer lustigen jährlichen Chronik seit 1800 und die lokale Pommesbude. Die dort servierten Chip´s n´ Gravy waren enttäuschend.

Eigentlich wollten wir dann auch schon weiterziehen – leider war der Straybus ausgebucht und so mussten wir noch zwei Tage länger dort bleiben.

Den nächsten Tag mit wolkenlosem Himmel und brennender Sonne nutzen wir, um am Lake Wanaka entlang zum “Waterfall Creek” zu laufen. Zwischenstopp gabs zum Füsse im See baden, Sandwiches essen und Ausblick geniessen. Der Abend stellte einen der Höhepunkte in Wanaka dar: Wir guckten uns im “Paradiso Cinema” den Film “The girl with the dragon tatoo” an. Das Kino ist ziemlich einmalig: Sofas, Sessel, Flugzeugsitze, ein VW Käfer, Sitzsäcke und eine Bierbank lassen Wohnzimmer-Atmosphäre aufkommen. Dazu gibts noch weit über die Stadtgrenze hinaus bekannte super leckere Cookies in der Pause. Lustig war auch, dass mir der Film voll bekannt vorkam: In Deutschland lief der letztes Jahr schon auf dem ZDF als 8-teilige Serie.

Für den letzten Tag war nicht viel Planung vorgesehen. Ich hab dann nachmittags einen Rappel gekriegt und bin einfach losgelaufen. Glücklicherweiße bin ich in die Richtung des “Mt Iron” gelaufen, ein Berg von dessen Spitze man nahezu 360 Grad Rundumsicht auf Wanaka, den See, die umliegenden Berge und die generell wunderschöne Landschaft hat. Eine Stunde nachdem es losging, war ich auch schon oben – man muss sich ja mal bewegen ;)

Der 06.03. bestand aus Busfahren. 14.00 Uhr hat uns der Straybus abgeholt und mit einigen Zwischenstopps, die mir allerdings nicht wirklich im Gedächtnis geblieben sind, nach Queenstown gebracht. Doch – ein Stop ist erwähnenswert: Ein Obstladen, in dem man frisch gepflücktes Obst kaufen kann. Spannend waren Früchte wie die “Kiwiberry” und die “Peacherine”, welche natürlich ausprobiert werden wollten.

Abends kamen wir nach einer ausgiebigen Dropoff-Stadtrundfahrt durch Queenstown in unserem Hostel an, in dem wir Esther und Tobi wieder getroffen haben. Die Wiedervereinigung unserer Taupo-Clique wurde mit einer Runde Monopoly gefeiert, in der Sarah gnadenlos alle anderen abgezogen hat.

Und um Euch nicht zuviel zu stressen, mach ich jetzt hier mal einen cut und erzähle Euch von den Erlebnissen in Queenstown und Milford Sound in den nächsten Tagen.

Grüße erstmal,
Ben =)